Joseph Haydn

Cellokonzerte Nr. 1 C-Dur und Nr. 2 D-Dur

Steven Isserlis, Chamber Orchestra of Europe, Roger Norrington

RCA/BMG 09026 68578 2
(1996) DDD



Joseph Haydn

Cellokonzerte Nr. 1 C-Dur und Nr. 2 D-Dur

Heinrich Schiff, Academy of St Martin in the Fields, Neville Marriner

Philips 420 923-2
(1987) DDD



Die Fürsten Esterházy von Galántha waren so kunstsinnige Regenten, dass sie ihrem Musikmeister Joseph Haydn (und natürlich sich selbst) eine Kapelle von lauter Virtuosen spendierten: Wie im Laboratorium eines Alchimisten konnte Haydn experimentieren, konnte Klänge mischen und trennen, konnte "stets Neu-artiges probiren".
Für die Besten der Besten komponierte er Solokonzerte, die allerdings großenteils verschollen sind; auch das herrliche C-Dur-Konzert für Violoncello, wahrscheinlich dem Freund und "Capell-Virtuos" Joseph Weigl zugeeignet, fand sich erst 1961 in einem tschechischen Landschlösschen. Das noch brillantere D-Dur-Werk ist schon länger bekannt, stand aber immer im Verdacht, in Wahrheit von dem Weigl-Nachfolger Anton Kraft zu stammen. Erst als Anfang der fünfziger Jahre in den Katakomben der Österreichischen Nationalbibliothek ein Autograph auftauchte, signiert und datiert von Haydn (1783), verstummten die Zweifler - und man fragt sich, welche Kleinodien auch heute oder morgen noch auftauchen mögen?
Beide Spitzenaufnahmen der Cellokonzerte sind so brillant wie elegant gespielt, sanglich in der Linie und hochdifferenziert in der Tongebung. Allerdings hat die Version von Steven Isserlis der von Heinrich Schiff zwei Dinge voraus: Das Orchester unter Roger Norrington begleitet federnder, auch nuancierter als das unter Neville Marriner, und Isserlis bietet noch mehr Haydn fürs Geld. Die späte, in London komponierte Sinfonia concertante B-Dur, eine der schönsten Konzertschöpfungen Haydns, sowie der langsame Satz der Sinfonie Nr. 13 D-Dur - ein Cellokonzert en miniature - runden das Programm ab.

Thomas Rübenacker




Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zwei geniale Geiger auf einer CD vereint, die die Welt der Klassik und die des Jazz miteinander verbinden, als wäre es das natürlichste der Welt. Einfach toll! Stéphane Grappelli, der französische Geigenvirtuose, weitgehend Autodidakt, aber übersprudelnd vor musikalischen Ideen traf 1973 erstmals auf den acht Jahre jüngeren Yehudi Menuhin, ehemals Wunderkind und damals längst Geigen-Legende. Grappelli hatte mit dem Quintette du Hot Club de France die Clubs aufgemischt, Menuhin die […] mehr »


Top