Rezensionen der Woche

28.Juli — 03.August 2012

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Klassik

Heitor Villa-Lobos, Leo Brouwer, Astor Piazzolla, Manuel María Ponce u.a.

Latino

Miloš Karadaglić, Christoph Israel, Studioorchester der Europäischen FilmPhilharmonie

DG/Universal 479 0063
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Ludwig van Beethoven

Sämtliche Bagatellen

Steven Osborne

Hyperion/codaex CDA 67879
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Mikołaj Zieleński

Offertoria et Communiones totius anni 1611

Emma Kirkby, Joel Frederiksen, Anna Magiera, Zygmunt Magiera u.a., Stanisław Gałoński, Capella Cracoviensis, Collegium Zieleński

Dux/Note 1 DUX0864
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Richard Strauss

Elektra

Jeanne-Michèle Charbonnet, Angela Denoke, Felicity Palmer, Matthias Goerne, Valery Gergiev, London Symphony Orchestra

LSO Live/Note 1 LSO 0701
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Jazz

Michael Gibbs, NDR Big Band

Back In The Days

Cuneiform/Broken Silence 14407
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Daniel Prandl

Fables & Fiction

Jazz’n’Arts/in-akustik 0505912
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CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der
RONDO-Redaktion

Ein Schuss setzt die Welt in Brand: Vor einhundert Jahren, am 28. Juli 1914, erklärte das Kaiserreich Österreich-Ungarn Serbien den Krieg - der Auftakt zur Mobilmachung in ganz Europa. Wie unwahrscheinlich ein Kriegsausbruch nach dem Attentat auf den österreichischen Thronfolger eigentlich war, und wie viele persönliche Macht- und Fehlentscheidungen von höchster, aber auch ministerialer Ebene dazu nötig waren, hat gerade der Historiker Christopher Clark in seinem Buch neu aufgearbeitet. Von ganz anderer, nämlich musikalischer Seite nähert sich die Sopranistin Anna Prohaska dem Thema. Ihr neues Album reflektiert das Datum, das das "Jahrhundert der Kriege" einläutete, mit einem weit gesteckten Repertoire, das über Sarajevo und Verdun hinausweist. Von Soldatenliedern des Dreißigjährigen Krieges bis zu Propagandagesängen, vom "Trommellied" aus Beethovens "Egmont", über Schumanns "Grenadiere", bis hin zu Liedern von Liszt, Fauré, Mahler, Ives, Weil und Eisler reichen die Zeugnisse, die Prohaska an der Seite ihres Pianisten Eric Schneider dafür aufruft. Aus flackernder Begeisterung und auswegloser Verzweiflung entsteht hier das musikalische Porträt einer Ausnahmesituation - die bis heute alltäglich geblieben ist.