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N° 1290
28.01. - 03.02.2023

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am 04.02.2023



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Andris Nelsons; (c) Marco Borggreve

Zugabe

Namen, Nachrichten, Nettigkeiten: Neues von der Hinterbühne

Trotz eines ausgekugelten Knies, das sich die Sopranistin Christiane Karg während einer Aufführung von Mozarts „La finta giardiniera“ in Glyndebourne zuzog, hat die Sängerin darauf bestanden, die Aufführung zu Ende zu singen. Erst dann begab sie sich ins Krankenhaus. Sie sang, indem sie am vorderen Bühnenrand Platz nahm.
Ein Schnäppchen von 400.000 Euro steht derzeit in der Lombardei zum Verkauf. Das Haus des Komponisten Giacomo Puccini, gelegen oberhalb vom Como, verfügt über drei Stockwerke, hat einen Innenhof und ist, wie es heißt, „teilweise renoviert“. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts verbrachte Puccini hier die Sommer mit seiner (verheirateten) Geliebten Elvira Bonturi.
Eva Wagner-Pasquier, die bald scheidende Co-Geschäftsführerin der Bayreuther Festspiele, trägt neuerdings die Frisur ihrer Großmutter Winifred. Das berichten Zeugen in Bayreuth. Es ist dieselbe, nach außen gedrehte Blondwelle wie bei der vormaligen Festspielchefin und Hitler-Freundin, die nach dem Tod ihres Mannes Siegfried Wagner die Festspiele leitete. Dagegen heißt es aus dem Umfeld ihrer Schwester Katharina Wagner, die ab nächstem Jahr die Festspiele vollverantwortlich leitet, sie lasse sich in der Öffentlichkeit grundsätzlich nicht mehr gerne sehen. Sogar das Defilee vor dem Festspielhaus wurde in diesem Jahr von ihr gemieden. Als Grund wird gemutmaßt, die deutliche Gewichtszunahme Katharinas habe bei dieser eine starke Öffentlichkeitsscheu bewirkt.
Dirigent Andris Nelsons hat seit letztem Sommer zehn Kilo abgenommen. So sagte er gleichfalls in Bayreuth, wo er den „Lohengrin“ dirigierte. „Keine Süßigkeiten, kein Brot, keine Kartoffeln!“, so Nelsons’ Devise. Wobei ihm Süßigkeiten angeblich am Schwersten fallen. Beim Lucerne Festival Orchestra übernimmt Nelsons in diesem Herbst die Konzerte des verstorbenen Claudio Abbado. Wie er der Schweizer „SonntagsZeitung“ sagte, wäre er an einer Übernahme der Leitung dieses Orchesters durchaus interessiert. Vielleicht besser, wenn er schlank bleibt für dieses Amt. Er ist besonderer Fan der Schokoladen-Luxemburgerlis einer bekannten Schweizer Confiserie.
In Bayreuth 2014 war erstmals die Hotelerie nicht ausgebucht (und Karten für die Festspiele kamen noch kurz vor Beginn wieder in den Vorverkauf). Im tirolerischen Erl dagegen ist die „Ring“-Kartennachfrage so groß, dass man Wagners Tetralogie einmal zusätzlich serviert. Im Übrigen plant Gustav Kuhn, der alle Wagner-Opern auch inszenierte, für 2015 eine zyklische Aufführung des Gesamtwerks der zehn kanonisierten Werke. Sollte irgendwas schief gehen bei den deutschen Wagner-Festspielen, so steht ein österreichisches Ersatz- Bayreuth mithin bereit.
Nach einer mehrjährigen Konzertpause, die Kyung Wha Chung wegen einer Fingerverletzung einlegen musste, kehrt die koreanische Geigerin am 2. Dezember in Liverpool aufs Konzertpodium zurück.
Nach einem häuslichen Sturz starb die Sopranistin Cristina Deutekom am 7. August in ihrer Heimatstadt Amsterdam.
Gute Nachricht für Ratefüchse. Im Zusammenhang mit einer Aufführung des Klavierkonzertes von Arnold Schönberg (mit dem Pianisten Jonathan Biss) hat die Seattle Symphony ein 12-Ton-Sudoku aufgelegt. Es ist angelehnt an die von Schönberg erfundene, sogenannte Zwölfton-Kompositionstechnik. Lösungen bitte an: facebook@seattlesymphony.org. Dem Gewinner winken Konzertkarten des Orchesters.

Robert Fraunholzer, 20.09.2014, RONDO Ausgabe 4 / 2014



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