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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

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am 03.12.2022



Startseite · CD zum Sonntag

26. November — 02. Dezember 2022

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Beim Namen Galilei denkt man sofort an den genialen Mathematiker und Astronomen Galileo Galilei, der mit seiner exakten Messmethodik die modernen Naturwissenschaften maßgeblich mitbegründete. Doch zur Familie Galilei gehörten auch zwei bedeutende Musiker: Galileos Bruder Michelangelo Galilei und der gemeinsame Vater Vincenzo Galilei. Beide waren hervorragende Lautenisten, Vincenzo setzte sich auch intensiv mit den physikalisch-akustischen Grundlagen der Musikproduktion auseinander und verfasste Schriften über die Stimmung der Laute. Er komponierte neben monodischen (einstimmigen) Werken mit Lautenbegleitung, die leider nicht erhalten sind, einige mehrstimmige Madrigale und Lautenstücke. Sein Sohn Michelangelo schrieb bereits Werke, die von der Ästhetik des Frühbarock geprägt waren. Der Freiburger Lautenist interpretiert diese schnörkellosen Werke aus Renaissance und Frühbarock mit klarem Ton in natürlichem Fluss ohne agogische Mätzchen.


19. — 25. November 2022

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Der größte Erfolg des tschechisch-jüdischen Komponisten Jaromír Weinberger war seine Oper „Schwanda, der Dudelsackpfeifer“, die im Jahr 1927 entstand. Sie erlebte weltweit zahlreiche Aufführungen, bis 1931 wurde sie über 2.000 mal gespielt. Und seine Operette „Frühlingsstürme“ war die „letzte Operette der Weimarer Republik“, sie wurde 1933 in Berlin von den Nazis abgesetzt. Danach galt Weinberger als verfemter Komponist, dessen Werke nicht mehr aufgeführt werden dürfen. Der große Erfolg von Weinberger als Opernkomponist verdrängte jedoch auch damals schon die Tatsache, dass der Schüler von Max Reger auch eine ganze Reihe sehr origineller Klavierwerke schrieb.
Der österreichische Pianist Gottlieb Wallisch hat diese Stücke nun wiederentdeckt und als erster Pianist überhaupt auf CD eingespielt. Voller Enthusiasmus äußert er sich über Weinbergers Klavierwerke: „Es ist eine Musik voller Farben, voller Lust an Klängen, mit teilweise unbändiger pianistischer Freude und Kraft – gleichzeitig aber auf einem immens großen geistigen Gerüst aufgebaut, vielschichtig, teilweise komplex polyphon, oft orchestral gedacht und gesetzt.“
Sehr virtuos und bisweilen etwas düster klingt die zweite Klaviersonate, während die dritte Sonate sehr vom Neoklassizismus geprägt ist, aber auch impressionistische Farben zeigt. Kontrapunktische Meisterschaft hingegen beweisen die als „Gravures“ bezeichneten „Cinq Preludes et Fugues“ (1923), andere Stücke wiederum sind von böhmischer Volksmusik beeinflusst.
Gottlieb Wallisch spielt diese Werke mit großer Lust am Virtuosen, viel Klangsinn und Freude am Wechsel der Charaktere. Hier ist wirklich ein außergewöhnlich interessantes Œuvre entdeckt worden. Chapeau!


12. — 18. November 2022

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Anders als Georg Philipp Telemanns Flöten-Fantasien werden seine „12 Fantasien für die Violine ohne Bass“ aus dem Jahr 1735 heute kaum öffentlich gespielt, was sicherlich mit den gewichtigen Sonaten und Partiten von Bach zu tun hat, die als Monolith der Genialität alle Solo-Violinwerke überragen. Manche haben Telemanns Fantasien als reine Schülerstücke betrachtet, die man bewältigen muss, bevor man sich den „richtigen“ Stücken zuwendet. Damit tut man Telemanns Fantasien jedoch unrecht. Sicherlich handelt es sich bei ihnen um nicht sehr komplexe Werke, die auch ein ambitionierter Amateurgeiger technisch gut bewältigen kann; trotzdem bringen sie eine hohe musikalische Qualität mit. Telemann wagt hier einen Spagat zwischen der alten Kunstform wie etwa der Fuge und dem damals neuartigen galanten Stil. Die junge rumänische Geigerin Anca Vasile Caraman interpretiert die Fantasien ohne agogische Mätzchen in natürlichem Fluss, mit schlankem Ton und dezentem Vibrato-Einsatz. So macht Telemann Spaß.


05. — 11. November 2022

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Sein a-Moll-Streichquartett op. 13 schrieb Mendelssohn mit 18 Jahren, es zählt zu seinen bedeutendsten Frühwerken. Das Stück entstand 1827 nach dem Tod von Beethoven und weist eine ganze Reihe Bezüge zum Bonner Meister auf. So orientierte sich der junge Mendelssohn in seiner experimentellen Schreibweise an Beethovens spätem Quartett op. 132. Ein weiteres Beethoven-Element findet sich im Adagio. Dort verwendete Mendelssohn ein Thema aus dem Andante von Beethovens siebter Sinfonie.
Auch Mendelssohns zweites Quartett in Es-Dur op. 12, das zwei Jahre später entstand, zeigt Verbindungen zu Beethovens späten Streichquartetten op. 127 und op. 130. Die Canzonetta gehört mit ihrem sehnsüchtigen Gesangscharakter zu Mendelssohns schönsten Kammermusiksätzen. Auffallend kurz ist der ebenfalls sehr kantabel gestaltete langsame Satz, während das Finale Themen aus dem Kopfsatz aufgreift und das Quartett dadurch zyklisch abrundet.
1838 schrieb Mendelssohn das Quartett in D-Dur op. 44,1. Es entstand als letztes Werk einer dreiteiligen Serie und gehört zum Typus eines „Quatuor brillant“, in dem die erste Violine dominiert. Bereits das einleitende „Allegro vivace“ gleicht einem Konzertsatz, in dem die erste Violine von den drei anderen Instrumenten meist begleitet wird – oft sogar mit orchestralen Tremoli und Pauken-Imitationen im Violoncello.
Das Quatuor Van Kuijk stammt aus Frankreich, feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen und zeichnet sich durch eine exzellente Klangkultur und makellose Intonation aus. Die vier Musiker interpretieren Mendelssohns Werke lebhaft schwungvoll in den flotten Ecksätzen und wunderbar kantabel mit großem romantischen Ton in den langsamen Sätzen.


29. Oktober — 04. November 2022

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Der englische Barockmeister Henry Purcell schrieb eine ganze Reihe Vokalwerke, darunter ein knappes Dutzend Semi-Opern, in denen gesprochene Dramen mit gesungenen, getanzten und instrumentalen musikalischen Szenen verknüpft werden, jedoch nur eine richtige Oper: „Dido und Aeneas“. Das Libretto dafür verfasste der englische Dichter Nahum Tate nach dem Epos „Aeneis“ von Vergil, die Uraufführung fand 1688 oder 1689 in London statt. Das Stück erlebte zu Purcells Lebzeiten nur wenige Aufführungen und verschwand anschließend in der Versenkung, erst am Ende des neunzehnten Jahrhunderts wurde es wiederentdeckt. Seither erfreut sich das kompakte Werk, das in der überlieferten, unvollständigen Form nur etwa eine Stunde dauert, großer Beliebtheit. Denn „Dido und Aeneas“ hat dramatische Züge, steckt jedoch auch voller Poesie und enthält einige der schönsten Gesangsstücke der gesamten Barockzeit. Da verwundert es nicht, dass der französische Dirigent Jonas Descotte und sein Ensemble Les Argonautes diese Oper für ihre erste Aufnahme ausgewählt haben. Descottes interpretatorischer Ansatz ist eine geglückte Synthese aus historisch informierter Aufführungspraxis und modernen Elementen. Er bevorzugt einen intimen Klang, weshalb er nur einen Musiker pro Rolle besetzt, alle Solopartien sind mit Sängern wie Camille Allérat, Renato Dolcini, Anthea Pichanick und Julie Roset hochkarätig besetzt. Die einzelne Opernszene „Circe“ ist eine nette Dreingabe. Das Stück entstand 1690 und dreht sich um die Zauberin Kirke aus der griechischen Mythologie.


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Beim Namen Galilei denkt man sofort an den genialen Mathematiker und Astronomen Galileo Galilei, der mit seiner exakten Messmethodik die modernen Naturwissenschaften maßgeblich mitbegründete. Doch zur Familie Galilei gehörten auch zwei bedeutende Musiker: Galileos Bruder Michelangelo Galilei und der gemeinsame Vater Vincenzo Galilei. Beide waren hervorragende Lautenisten, Vincenzo setzte sich auch intensiv mit den physikalisch-akustischen Grundlagen der Musikproduktion auseinander und […] mehr


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