home

N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



Startseite · Klartext · Pasticcio

Ist doch lieber Sängerin als facebook-Star: Elīna Garanča (c) Paul Schirnhofer/DG

Pasticcio

Wo ist das Vögelchen?

Nun hat es sogar Daniel Barenboim getan. In trauter Viersamkeit grinst er mit Gattin Elena Bashkirova sowie Anna Netrebko mit ihrem Frischverlobten in die Handy-Kamera. Aber früher oder später musste eben selbst Barenboim in den Selfie-Strudel geraten. Schließlich ist er mit Netrebko und damit einer Künstlerin eng befreundet, die die Welt gnadenlos an ihrem Privatleben und Freundeskreis teilhaben lässt. Als sie kürzlich mit Yusif Eyvazov ihr Glück in Salzburg zelebrierte und dieses umgehend auf den entsprechenden sozialen Foren auch per Schnappschuss dokumentierte, traute man angesichts des unfassbar schlechten Geschmacks von Netrebko seinen Augen nicht. Andererseits scheint die Russin aber tatsächlich auch mit ihrem Selfie-Wahn konkurrenzlos zu sein. Weit abgeschlagen folgt da auf Platz 2 – Placido Domingo. Und überraschenderweise rangiert weit entfernt auf den hinteren Plätzen mit Rolando Villazón ein nicht unbedingt kamerascheuer Mann. Aber vielleicht lebt auch er ja nach jener Maxime, die gerade erst die lettische Star-Mezzosopranistin Elīna Garanča in einem Interview mit dem „Münchner Merkur“ verraten hat. „Heute ist es üblich, und das wird auch erwartet, dass man mit Selfies, Facebook et cetera ständig Privates nach Außen kommuniziert. Vieles geht aber niemanden etwas an…Man muss aufpassen, dass das nicht unseren eigentlichen Job überlagert. Wir sind Sänger! Natürlich bin ich auch Geschäftsfrau. Ich kenne die Spielregeln und mache das alles gerne. Aber im Alltag ist dieser Rummel für mich oft lästig, andere Kollegen ticken da vielleicht anders.“ Und erst recht manche Kolleginnen…

Guido Fischer



Kommentare

Kommentar posten

Für diesen Artikel gibt es noch keine Kommentare.


Das könnte Sie auch interessieren

Gefragt

Alan Gilbert

Mit Taktstock und Bratsche

Als Chefdirigent wechselt er von New York an die Elbphilharmonie. In Hamburg ist Gilbert beileibe […]
zum Artikel

Gefragt

Sebastian Manz

Unterschwellig unheimlich

Der Klarinettist kombiniert Solokonzerte des Dänen Carl Nielsen und des finnischen Zeitgenossen […]
zum Artikel


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Im Mondschatten: Während Neil Armstrong und Buzz Aldrin den Mond erkundeten, verbrachte Michael Collins, der dritte Astronaut im Bunde, pro Umrundung je 46:38 Minuten allein im Funkschatten des Erdtrabanten. Exakt so lang dauert auch dieses Album des Jazzpianisten Michael Wollny, der Parallelen zieht zwischen jenen historischen Ereignissen aus dem Jahr 1969 und der Corona-Pandemie. Die Einsamkeit ist hier der Konnex. So nahm Wollny, als die Welt aus den Fugen geriet, in Pandemie-bedingter, […] mehr


Abo

Top