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Sir Roger Norrington (c) Mandfred Esser

Zugabe

Namen, Nachrichten, Nettigkeiten: Neues von der Hinterbühne

Die Sopranistin Kristīne Opolais und der Dirigent Andris Nelsons haben ihre Scheidung bekannt gegeben – als bereits vollzogen. Die beiden waren seit sieben Jahren verheiratet und haben eine gemeinsame Tochter. Gerüchte hatten schon 2016 die überstürzte Abreise von Nelsons aus Bayreuth (wo er den „Parsifal“ dirigieren sollte) auf eine akute Ehekrise zurückgeführt, die Nelsons hatte kitten wollen. Stimmt dies, so wäre es Christian Thielemann anzurechnen, dass er die damals gegen ihn erhobenen Verdächtigungen, Nelsons sei im Streit mit den Festspielen geschieden, nicht richtiggestellt hat.
Der in Österreich geborene, halb rumänischstämmige Pianist Aaron Pilsan (23) hält sein gutes Aussehen für einen klaren beruflichen Vorteil. „Ich gehe auch ins Fitness-Studio“, so Pilsan in Berlin, wo er lebt. „Es kann aber auch zum Nachteil werden, nämlich dann, wenn man nicht mehr so gut aussieht.“ Dazu könne es umso leichter kommen, als eines seiner Vorbilder, der Pianist András Schiff, ihm geraten habe, schwere Stücke „einzustudieren, solange man jung ist, und zu spielen, wenn man alt ist“.
Nachdem Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen ihn laut geworden waren, ist in Stockholm der Bariton Håkan Hagegård (72) von seinen Funktionen bei der Royal Music Academy zurückgetreten. Hagegård, der als Papageno in Ingmar Bergmans Verfilmung der „Zauberflöte“ (1975) berühmt wurde, bestreitet gleichwohl die Vorwürfe. Anschuldigungen, die möglicherweise unbegründet waren, hatten im März bereits zum Selbstmord des Ehemannes von Anne-Sofie von Otter, des Regisseurs und Theaterleiters Benny Fredriksson, geführt. Die Sängerin hat seitdem sämtliche Auftritte abgesagt.
Dirigent Roger Norrington (84) glaubt nicht, dass er aufgrund besonderer Willensanstrengung oder positiver innerer Einstellung seine schwere Krebserkrankung überwunden hat. „Dass ich überlebt habe, lag nur daran, dass ich den richtigen Arzt gefunden habe. Er hat mich gerettet und behandelt mich seit 25 Jahren immer noch.“ Seitdem sei er realistischer in seiner Lebenseinstellung geworden. „Seit zwei Jahren ist auch meine Frau an Krebs erkrankt, und wir fragen uns, wer als Erstes gehen wird.“ Wenn er indes aus dem Fenster schaue, blühe alles so schön, „und ich habe einen so großartigen Beruf. Was soll ich klagen?! Ich muss glücklich sein. Und ich bin es.“
Die italienische Souffleuse der Berliner Staatsoper, Serena Malcangi, hält ihren Beruf im heutigen Opernbetrieb für rückläufig. Der Souffleurkasten störe viele Regisseure, was häufig darauf hinauslaufe, dass Produktionen ohne Souffleur auskommen müssen. Da Daniel Barenboim grundsätzlich auf einer Souffleuse oder einem Souffleur bestehe, sei in seinen Aufführungen grundsätzlich ein Souffleurkasten mit dabei. Bei Aufführungen, die von Jürgen Flimm inszeniert seien, dagegen nicht. Souffleure seien „fürs Wort zuständig“, so Malcangi. Sie müssten von daher nicht unbedingt singen können. Am Abend nach einer Vorstellung verlasse sie ihren Arbeitsplatz erst dann, wenn alle Sänger von der Bühne abgegangen sind. „Ich gehe als Letzte, um sicherzustellen, dass mir kein Sänger beim Abgehen in den Kasten fällt.“
Klavier- und Kammermusik-Legende Menahem Pressler (94) ist mittlerweile mit der verwitweten Lady Annabelle Weidenfeld liiert (der ehemaligen Frau von Lord Weidenfeld). Annabelle Whitestone, wie sie ursprünglich hieß, galt schon in den 70er Jahren als Grund dafür, dass Arthur Rubinstein seine Ehefrau verließ, um mit Annabelle zusammen zu leben (bis zu seinem Tod 1982 in Genf). Bei Auftritten Presslers begleitet Lady Annabelle den Pianisten inzwischen auch auf die Bühne. Presslers Ton wirkt musikalisch goldener, sein Spiel gelöster denn je.

Robert Fraunholzer, RONDO Ausgabe 3 / 2018



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