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Wolfgang Amadeus Mozart

Frühe Sinfonien und Briefe Vol. 2

Concentus Musicus Wien, Nikolaus Harnoncourt

DHM/Sony BMG 82876 75735-2
(128 Min., 12/1999, 12/2000) 2 CDs

Lesen Sie keine Werkbeschreibungen oder Biografien, sondern hören Sie sich lieber dies an. Denn die Reise geht weiter: Noch ein Mal machen sich Leopold Mozart und sein rasant heranwachsender Sohn Wolfgang Amadé auf die Reise nach Italien. Und wieder kann man beobachten, wie sich die dabei entstehenden Sinfonien förmlich mit ihrem kleinen Schöpfer mitentwickeln. Das musikalische Konzept, das Nikolaus Harnoncourt schon im ersten Album mit Sinfonien und Briefen des jungen Mozart verfolgte, nämlich die Entwicklung der Gattung aus der übermütig lärmenden italienischen Opernouvertüre zu begreifen, trägt jetzt Früchte: Jetzt merken wir, wie der jugendliche Mozart die junge Gattung mit jedem neuen Werk seinen eigenen Gesetzen zu unterwerfen beginnt. Und uns dabei jedes Mal ein wenig mehr zum genaueren Zuhören verführt: mit immer selbständiger geführten Bläserstimmen, die Harnoncourt pointiert und den Charakter jedes einzelnen Instruments scharf betonend herausarbeitet, mit raumgreifenden, tiefschürfenden langsamen Mittelsätzen und leise irritierenden Rhythmen wie am Beginn der Es-Dur-Sinfonie KV 184/166 a. Dieses Werk und die ebenfalls ganz im ungehemmten Emotionsüberschwang des "Sturm und Drang" interpretierte Sinfonie KV 183 (die so genannte "Kleine in g-Moll") sind die eindrucksvollsten Zeugnisse dieser faszinierenden Pubertät. Währenddessen zeigen die Briefausschnitte, die Harnoncourt und sein Enkel Maximilian zwischen den Sinfonien lesen, Wolfgang Amadeus' wachsende Freude am sprachlichen Spiel; die unablässigen Erfolgsberichte, die der stolze und wachsame Leopold Mozart nach Salzburg schickt, beginnen dagegen auf die Dauer ein wenig zu nerven. Aber welcher Vater eines Heranwachsenden hätte noch nicht genervt?

Carsten Niemann, 25.02.2006



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