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Kopfkino

Ed Partyka Jazz Orchestra

Mons/in-akustik 05712141
(58 Min., 3/2016)

Der Amerikaner Ed Partyka zählt zu den besten Bigband-Arrangeuren dies- und jenseits des Atlantiks. Weiche Klangflächen in der Nachfolge Stan Kentons haben es ihm ebenso angetan wie dunkle Bläser à la Count Basie oder die Unterteilung der Stücke in Abschnitte mit eigener Charakteristik, wie sie Bob Brookmeyer gerne einsetzt. Die sechs Titel der CD „Kopfkino“ bringen noch einen Hauch von Hollywood und Showorchestern dazu, und in der Schlussnummer „Ataraxia“ greift Partyka zudem auf pointilistische Klangcharakteristiken zurück. Wer nun meint, diese Fülle der Einflüsse lasse Stücke mit einer wie zusammengeklaubt wirkenden Ästhetik entstehen, der irrt sich: Ed Partykas Arrangements schaffen ein vom ersten bis zum letzten Ton homogen wirkendes Klangbild. Souverän setzt er fast unbegleitete Soli gegen satte Bigbandklänge, bettet Soli andernorts gegen eine differenzierte Begleitung. Dabei folgt die Musik eher einem gemächlich-romantischen Duktus, als mit aufgeplusterter Action Räume zu besetzen. Wo andere flächig schreiben würden, arbeitet Partyka mit komplexer Stimmführung, und wo sonst eine Rhythmusgruppe gleichmäßig loslegen würde, reißt Partyka kleine Löcher, die es den Interpreten ermöglichen, die Grundstruktur individuell zu füllen. Dabei wechseln die Klangfarben so unauffällig, wie sich die Solisten ins Geschehen klinken. Fremdkompositionen wie Harold Arlens „Out Of This World“ oder Wayne Shorters „Fee Fi Fo Fum“ überträgt er mit beachtlicher Distanz zu den Originalversionen in seine eigene Klangwelt. Das Repertoire umfasst drei Instrumentals. Zudem ist die Sängerin Julia Oschewsky in „Out Of This World“, „It’s The Peace That Deafens“ und „One Two Three Ten“ zu hören.

Werner Stiefele, 11.11.2017



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