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Marin Marais

Pièces de viole

La Rêveuse

Mirare/harmonia mundi MIR 386
(64 Min., 9/2016, 7/2017)

An Aufnahmen von handverlesenen Gamben-Piècen aus der Feder von Marin Marais herrscht schon lange kein Mangel mehr. Und aktuell bringt sogar der Gambist Franҫois Joubert-Caillet mit seinem Ensemble L´Achéron in Etappen sämtliche knapp 600 Einzelstücke von Marais auf CD heraus. Für seine Kollegen vom französischen Alte Musik-Ensemble La Rêveuse gehört der französische Gamben-Orpheus Marais natürlich schon deswegen zur Familie, da man sich nach einem seiner bekanntesten Stücke „La Rêveuse“ benannt hat. Dieses tiefberührende Gambenseelenschauspiel krönt denn nun auch die schon fast überfällige Hommage an den Namenspatron. 16 Charakterstücke von Marin haben Florence Bolton (Gambe), Robin Pharo (Gambe), Benjamin Perrot (Theorbe) und Carsten Lohff (Cembalo) ausgewählt und ihnen noch zwei für Theorbe bearbeitete Cembalo-Werke von Franҫois Couperin zur Seite gestellt. Mit welch unvergleichlicher Delikatesse und Zartheit Benjamin Perrot diese beiden Perlen in Augenschein nimmt, kommt allein schon einem kleinen Wunder gleich. Aber da gibt es ja noch reichlich vom eigentlichen Protagonisten der Einspielung zu entdecken. Und ob die Musiker nun zum Tanz ansetzen („Le rondeau villeneuve“), sich von der Melancholie treiben lassen („Fête champêtre“) oder mit stolzgeschwellter Brust und gleichzeitig sinnierend dahinschreiten – man muss ihnen bei ihrer Promenade durch diesen von Marais angelegten Barockklanggarten einfach staunend und genießend folgen.

Guido Fischer, 10.03.2018



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