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Johann Sebastian Bach

Lautenwerke (Suite g-Moll, Cello-Suite Nr. 1, Chaconne d-Moll)

Thomas Dunford

Alpha/Note 1 ALP361
(56 Min., 7/2017)

Der bei Hopkinson Smith in die hohe Lautenschule gegangene Thomas Dunford gehört zusammen etwa mit Cembalist Jean Rondeau zu einer Generation von französischen Barockmusikern, die sich nicht nur für abseitiges Repertoire und sogar Jazz hörenswert begeistern kann. Auch bei Godfather Johann Sebastian Bach ist sie mehr als eine sichere Bank. Nachdem Rondeau auf seinem CD-Debüt u.a. mit Bachs „Chaconne“ in der von ihm überarbeiteten Brahms-Fassung triumphieren konnte, zieht jetzt Dunford nach. Als großes Finalstück seiner beeindruckenden Bach-Einspielung erklingt Dunfords Einrichtung dieses riesigen wie komplexen Klanggebäudes. Das Kunststück besteht nun darin, dass er auf seiner volltönigen, von einem nuancenreichen Farben- und Stimmenspektrum beseelten Laute aus dem Jahr 1993 das überirdisch Schwierige und Gedankenreiche dieser Musik nicht allein regelrecht erdet. Dunford übersetzt auch die Bachsche Elle ins französische Edelmaß, besitzt dabei neben der hochkonzentrierten Strenge auch jene klanggewordene Melancholie und erlesene Intimität, wie man sie sowohl von dem reichen Lautenerbe Frankreichs her kennt als auch von den französischen Gamben-Granden à la Marais. Ähnliche Ausdrucksskalen schlägt Dunford schon in den beiden vorausgegangenen Suiten an, in der ebenfalls von ihm arrangierten Cello-Suite BWV 1007 sowie in der Lauten-Suite g-Moll BVW 995. Nicht selten hat man dabei den Eindruck, dass Dunford mit sich und der Laute vollkommen im Reinen ist. So zart und sanft lässt er sie und Bach leuchten, singen und flanieren.

Guido Fischer, 30.06.2018



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