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N° 1273
01. - 07.10.2022

nächste Aktualisierung
am 08.10.2022



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Ludwig van Beethoven

The Music For Piano and Cello

David Breitman, Jaap ter Linden

Nimbus/Naxos NI6362
(146 Min., 7/2013) 2 CDs

Fünf Sonaten, drei Variationszyklen: Beethovens Kompositionen für Violoncello und Klavier sind hinsichtlich ihrer Anzahl überschaubar. Aber welche Fülle musikalischer Kreativität steckt in diesem Ausschnitt des Beethovenschen Gesamtœuvres! Man nehme nur die „12 Variationen über ‚Ein Mädchen oder Weibchen‘“ von 1796: Beim Vorstellen des Themas hat nicht das Cello, sondern das Klavier die Melodie und in der ersten Variation pausiert das Cello ganz; erst in der zweiten positioniert es sich mit der Melodie, die aber vom Klavier sogleich harmonisch verfremdet wird … Fasziniert verfolgt der Hörer den Weg der bekannten Melodie durch diesen Zyklus. Ein weiteres wundervolles Stück des Programms ist die mehr als ein Jahrzehnt später entstandene opulente viersätzige Sonate in A-Dur op. 69 mit ihrem großdimensionierten Eingangssatz – viel zu entdecken also auf diesen beiden CDs, und die Interpreten Jaap ter Linden und David Breitman, beide seit langem auf historischen Instrumenten unterwegs, helfen dem Hörer durch die Beredtheit und Kreativität ihrer Darbietung. Freilich ist für das klassische Kammermusik-Repertoire das historische Instrumentarium bei weitem noch nicht Standard, und eine gewisse Einhörzeit ist sowohl für das Hammerklavier wie auch für das Darmsaiten-bespannte Cello nötig. Auch wenn sie nicht lange währt – was aber als Irritation über beide CDs hinweg bleibt, sind gewisse Intonationsunreinheiten im Cellopart sowie kleinere Ungenauigkeiten im Zusammenspiel. Bei einer konzertanten Darbietung dieser Qualität würde man wenig Aufhebens darum machen, aber für eine CD-Einspielung unter Studio-Bedingungen sind doch etwas zu viele kleine Missgeschicke stehengeblieben.

Michael Wersin, 21.07.2018



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