Richard Strauss‘ Cello-Sonate, begonnen als Jugendwerk im Jahre 1888 und 1898 abgeschlossen, steht am Beginn dieses Programms: Ophélie Gaillard und Vassilis Varvaresos gelingt eine hochemphatische Interpretation von passagenweise fast sinfonischer Größe.
Umgekehrt arbeiten Gaillard, die Geigerin Alexandra Conunova und der Bratschist Dov Scheindlin in Zusammenarbeit mit dem Czech National Symphony Orchestra in der Tondichtung „Don Quixote“ gerade die kammermusikalische Seite der Musik nachdrücklich heraus: Das Orchester schafft durch die zehn Variationssätze des Werkes hindurch mit Eleganz und Dezenz den Rahmen für eine effektvolle Entfaltung der Solopassagen, ohne an anderer Stelle auf große sinfonische Effekte zu verzichten. Eine überzeugende Leistung des Dirigenten Julien Masmondet.
Betrüblich misslingt einzig am Ende der CD die Wiedergabe des Liedes „Morgen“ in der von Strauss selbst arrangierten Version für Cello, Klavier und Gesang: Die Mezzosopranistin Beatrice Uria Monzón agiert derart vibratoreich und im Timbre angespannt-verquollen, dass kein Erleben der Lyrik durch die Musik hindurch möglich ist. Was am Schluss des Programms ein Sahnehäubchen hätte sein können, wird dadurch leider ein Tiefpunkt.

Michael Wersin, 04.08.2018



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