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30 Jahre Bundesjazzorchester

BuJazzO

Double Moon/in-akustik 05712438
(76 Min., 9/2013 - 3/2018)

Dreißig Jahre sind eine lange Zeit. Dies kann sogar dazu führen, dass im Booklet zum 30-jährigen Jubiläum des Bundesjazzorchesters (BuJazzO) der 2010 verstorbene Gründer Peter Herbolzheimer mit keinem Wort erwähnt wird. Er hatte das Orchester 1987 auf Anregung des Deutschen Musikrates gegründet und am 6. Januar 1988 bei einem Auftritt im Bundeskanzleramt der Öffentlichkeit präsentiert. 2011 übernahmen der Posaunist Jiggs Whigham und der Saxofonist Niels Klein die Leitung der Talentschmiede für 17- bis 24-jährige Jung-Jazzer. Aus ihrer Ära stammen die dreizehn Aufnahmen der Jubiläums-Disc.
Sie spiegeln eine enorme stilistische Bandbreite vom Funkjazz mit dem Posaunisten und Sänger Nils Landgren in „Ain’t Nobody“ bis zur sakralen, mit Chor aufgeführte Bearbeitung des Luther-Liedes „Verley uns Frieden“ wider. Der Sänger Wolfgang Niedecken wirkte bei der Aufnahme seines Songs „Kristallnaach“ als Gast der Bigband mit. Knackige Bigbandsounds gibt es unter anderem in „Le Cyclopathe“ von Pierre Bertrand und „La Suerte De Los Tontos“ von Johnny Richards, während „Elf“ eine weniger bekannte Nummer von Billy Strayhorn ein pulsierendes Feature für die Rhythmusgruppe enthält.
Das pädagogische Konzept sieht diese große stilistische Bandbreite vor; immerhin solle das BuJazzO auch dazu dienen, den musikalischen Nachwuchs möglichst umfangreich auf den Beruf eines Profi-Musikers vorzubereiten. Sowohl der Chor als auch die Instrumental- und Gesangssolisten überzeugen bei den an dreizehn Terminen mitgeschnittenen Aufnahmen durch Präzision in den Tutti sowie ausdrucksstarke Soli. Um die künstlerische Zukunft des Jazz in Deutschland braucht man sich keine Sorgen zu machen.

Werner Stiefele, 11.08.2018



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