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Magnus Lindberg

„Tempus fugit“, Violinkonzert Nr. 2

Frank Peter Zimmermann, Finnisches Radio-Sinfonie-Orchester, Hannu Lintu

Ondine/Naxos ODE1308-5
(58 Min., 1 & 12/2017) SACD

Von Hause aus kommt Magnus Lindberg vom Klavier, studierte es Anfang der 1970er Jahre ordentlich an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Laut einer Anekdote soll der 16-Jährige damals aber von Mitstudenten mit einer überdimensionalen und mikrofein beschriebenen Partitur unter dem Arm gesehen worden sein, mit der sich sein Weg als Orchesterkomponist ankündigte. „Mein Lieblingsinstrument ist das Orchester”, gibt der neben seinen Ex-Kommilitonen Kaija Saariaho und Esa-Pekka Salonen gefragteste Komponist Finnlands heute unumwunden zu. Und tatsächlich zieht er sogar in seinen Solo-Konzerten bis an den Rand der Opulenz sämtliche Orchesterregister. So wie eben im Violinkonzert Nr. 2 (2015), dessen Spagat zwischen Spätromantik und klassischer Moderne, zwischen Dauerimpulsivität und säuselnden Neo-Erich Korngold-Kantilenen in Frank Peter Zimmermann seinen Meister gefunden hat. Zweites Hauptwerk der Einspielung zum 60. Geburtstag von Lindberg ist das große Orchesterstück „Tempus fugit“, das 2017 anlässlich des 100. Jahrestages der Unabhängigkeit Finnlands von Hannu Lintu und dem Finnischen Radio-Sinfonie-Orchester uraufgeführt wurde. Statt einer pompösen, von Volkslied-Zitaten unterfütterten Klanginszenierung dieses Datums hat Lindberg lieber ein Spektrum an süßlichen Melodieströmen und prismatischem Funkeln aufgeboten, das zugleich auch immer an Olivier Messiaen denken lässt.

Guido Fischer, 06.10.2018



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