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Summerwind

Paolo Fresu, Lars Danielsson

ACT/Edel 1098712ACT
(50 Min., 5/2018)

Ein Album, das das Treffen eines prominenten Trompeters und eines herausragenden Bassisten dokumentiert – das hatten wir 2018 schon einmal. Und in der Tat gibt es auf der Duo-Einspielung des italienischen Bläsers Paolo Fresu und des schwedischen Tieftöners Lars Danielsson unabhängig von der Instrumentenkombination einige Parallelen zu der Aufnahme „Nightfall“ von Till Brönner und Dieter Ilg. Fresu macht wie sein deutscher Kollege ab und an Gebrauch von klanglichen Effektmanipulationen der Trompete mittels Delay, und es findet sich auf beiden CDs eine Interpretation eines Stücks von Johann Sebastian Bach.
Dass sich „Nightfall“ und „Summerwind“ unterscheiden wie Nacht und Tag, verdankt sich unter anderem Danielssons Zweitinstrument, dem Cello. Gezupft wirkt es mal wie eine Gitarre (etwa in Komedas „Sleep Safe and Warm“) oder wie eine Laute aus einem hitzeflirrenden Teil der Welt (wie im Eröffnungsstück „Autumn Leaves“). Auch am Bass lässt der Schwede nicht kraftvoll sonor die Muskeln spielen wie Ilg, sondern schafft mit seinen Flageolettspielereien wie etwa im Kirchenlied „Jag Lyfter Ögat Mot Himmelen“ lichte Grundierungen.
Das ist der perfekte Bezugsrahmen für Fresus klares, dunkelsamtenes Spiel auf gestopfter Trompete und Flügelhorn. Beide Protagonisten lassen sich einander viel Platz, sei es in dem einfachen Song „Un Vestido Y Un Amor“ des argentinischen Liedermachers Fito Paez, in Fresus „April In Dardegna“ mit seiner Bossa-Leichtigkeit, in dem nach Nils Petter Molvaer oder Palle Mikkelborg klingenden „Stanna Tid“ oder in dem spontan im Studio entstandenen „Dardusó“. Kurz: Der Schwede und der Italiener erweisen sich bei ihrem ersten gemeinsamen Album als verwandte zarte Kammermusikseelen.

Josef Engels, 27.10.2018



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