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Ludwig van Beethoven, György Ligeti

Bagatellen

Herbert Schuch

CAvi/hm 8553443
(63 Min., 12/2017)

Das schönste Kompliment zu dieser CD wäre wohl: dass sich Ligeti und Beethoven, so gemischt wie hier, kaum noch sicher voneinander unterscheiden. Herbert Schuch verschränkt Beethovens späte Bagatellen op. 119 mit György Ligetis früher „Musica Ricercata“. Da beide Werkgruppen Stücke von ähnlich aphoristischer Kürze enthalten (manchmal nur eine Minute lang), ist man sich nicht immer sicher, ob jetzt noch Ligeti dran ist – oder schon wieder Beethoven.
Das mag Anerkennung für die Modernität des Jubilars Beethovens bedeuten. Andererseits sollten er und Ligeti bitteschön unterschiedliche Welten bleiben! Das ist das Problem dieser originellen, mutigen, wahrlich ungewöhnlichen CD.
Was der seit 1988 in Deutschland lebende, in Timișoara geborene Schuch den Werken Ligetis an atmosphärischer Spannung, sogar Parfüm verleiht, bleibt er Beethoven in puncto Unnachgiebigkeit und kontrapunktischer Konsequenz leicht schuldig. Die Miniaturisierung ist ja bei Beethoven eigentlich kein Ausweis virtuoser Steigerung – so wie sie hier erscheint. Sondern ein Akt der Kondensierung. Seine Bagatellen befinden sich nicht auf dem polierten Tanzparkett geradewegs Richtung Liszt, sondern – nachdem er mit der Sonate abgeschlossen hatte – auf steiniger Wanderschaft zum späten Schumann, zu Debussy und sogar Schönberg.
Die lyrisch hingebende Tendenz des Pianisten bestätigt sich in den separat angefügten, weich und teilweise verträumt gespielten Beethoven-Bagatellen op. 126. Hier zeigt sich ein Interpret von großer Eigenwilligkeit. Und das ist das eigentlich Erfreuliche. Denn es ist selten.

Robert Fraunholzer, 13.04.2019



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