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N° 1272
24. - 30.09.2022

nächste Aktualisierung
am 01.10.2022



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Wolfgang Amadeus Mozart

Violinkonzerte Nr. 1, 2 u. 5

Julia Fischer, Netherlands Chamber Orchestra, Yakov Kreizberg

PentaTone Classics/harmonia mundi 5186 094
(69 Min., 3/2006) 1 CD

Da ist er wieder, dieser süffige Hochglanzmozart, der alles in allem zwar keuscher und bescheidener daherkommt als das, was Anne-Sofie Mutter diesen Partituren derzeit entlocken zu können glaubt, unterm Strich aber dennoch einem nicht mehr so recht aktuellen Mozartklangbild huldigt. Warum geht die historisierende Aufführungspraxis so spurlos vorüber an einer jungen Interpretin wie Julia Fischer, die neuerdings übrigens auch als Professorin an der Frankfurter Musikhochschule lehrt? So sehr Julia Fischers Einspielungen romantischer Musik zu genießen sind, so sehr hinterlässt ihre Beschäftigung mit Musik der klassischen Epoche offene Fragen: Wieso klingen ihre Mozartkonzerte fast wie eine Neuauflage von Itzhak Perlmans Einspielung mit den Wiener Philharmonikern unter James Levine aus dem Jahre 1982? Hat sich denn seither aufführungspraktisch nicht einiges getan? Wissen wir nicht viel mehr als früher über die sparsame Anwendung des Vibrato, über Klang und Balance der Instrumente des begleitenden Orchesters, über Artikulation und Phrasierung? Was soll das feigenblattartige Hinzuziehen eines Cembalos als Continuoinstrument in KV 207 und 211, das dann in KV 219 schweigt? Nun, es war nicht zu erwarten, dass sich seit der 2005 erschienenen ersten Folge der Mozartkonzerte mit Fischer und dem Niederländischen Kammerorchester unter Kreizberg an der Herangehensweise etwas ändert – und dennoch verwundert aufs Neue der unbekümmert auf bloßen Schönklang hin getrimmte Interpretationsansatz. Aber davon gibt es schon genug auf dem Markt, neue Einblicke in diese Musik wären gefragt gewesen.

09.03.2007



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