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Diverse

Songs of Comfort & Hope

Yo-Yo Ma, Kathryn Stott

Sony 19439822372
(69 Min., 4/2020)

Bekannte Cellisten gibt es viele, aber für mehr Stars als Yo-Yo Ma (und neben ihm Mischa Maisky) bietet der Markt seit Jahrzeiten offenbar keinen Platz. Ma produziert derweil Album um Album, und ist dabei vom tugendhaften Pfad der Seidenstraße langsam wieder abgekommen. Was er auf seiner neuesten CD gemeinsam mit seiner Stamm-Begleiterin Kathryn Stott präsentiert, ist kaum mehr als das, was sich im Ausguss liegengebliebener Hits so angesammelt hat. Oder?
Vom Lied der Marietta aus Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ über Solveigs Lied aus „Peer Gynt“ spannt sich das. Ma kombiniert das Lied ohne Worte op. 109 von Felix Mendelssohn Bartholdy mit einer Fantasie über das australische Volkslied „Waltzing Matilda“. Über „The Last Rose of Sommer“ schreitet man bis zu Harold Arlens „Over the Rainbow“ aus dem „Wizard of Oz“ fort. Den Abschluss bilden Violeta Parras „Gracias a la Vida“ und Vera Lynns Hymne aus dem Zweiten Weltkrieg, „We’ll Meet Again“. Es ist diesmal nichts vor der Versöhnungslust des amerikanischen Cellisten sicher.
Natürlich bleibt er selber zurückhaltend im Spiel – und fügt so an Geschmackssicherheit scheinbar wieder hinzu, was der Auswahl fehlt. Wenn dann aber bei „Amazing Grace“ ordentlich Windgeräusche beigemischt werden, nützt ein noch so superiorer Cellist gar nichts. Dann schippern wir ganz einfach – einem Kuschelkurs folgend – auf dem falschen Dampfer.
In den letzten Jahren ist es schwer in Mode gekommen, Arrangements von Pop- oder Musical-Titeln in klassische Alben einzuschmuggeln. Auch sind wir alle des versprochenen „Trostes“ und der „Hoffnung“ schwer bedürftig. Hier jedoch soll einfach kommerziell abgesahnt werden. Es sei den Ausführenden gegönnt. Die anderen wissen Bescheid.

Robert Fraunholzer, 02.01.2021



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