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N° 1266
13. - 19.08.2022

nächste Aktualisierung
am 20.08.2022



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We Are Doing Well

Joo Kraus

O-Tone-Music/Edel Kultur 1013994OTO
(46 Min., k. A.)

Schon Ende der 1980er und in den 1990er-Jahren bewegte sich der Trompeter Joo Kraus im Duo Tab Two mit dem Bassisten Helmut Hattler im weiten Feld zwischen Hip-Hop, Drum’n’Bass und Jazz. Die Lust an der Integration von Genres ist ihm bis heute geblieben. Für das Album „We Are Doing Well“ hat er die hierfür passenden Partner gewonnen. Ralf Schmid lotet in den eigenen Projekten die Klänge zwischen herkömmlichem Flügel und Elektronik aus, leitet aber auch eine Brazil-Band. Das Spektrum des Studioinhabers und Schlagzeugers Torsten Krill reicht vom Jazz bis zum Hip-Hop. Veit Hübner verdiente sich in der Comedy-Gruppe Tango Five, als vielseitiger Bassist bei Jazz- und Unterhaltungsmusikprojekten sowie als Klassik-Bassist Meriten.
Mit diesen drei verbündete sich Joo Kraus für sein unterhaltsames Projekt. Was gibt es da alles zu hören! In einigen Titeln Krausʼ entspannte Rap- und Gesangsstimme sowie – im Titel „Love“ – das Soulfeeling der Sängerin Fola Dada. Außerdem ein bisschen Honky-Tonk-Klavier sowie einen Mix aus Funk und Hip-Hop in „Elvis in Paris“ oder Second-Line-Beats im verschlafen-psychedelischen „How’s My Hair“. Im Stil der 1970er gibt es in „Count 24“ peitschende Rhythmen, Keyboard-Stakkato und Psychedelic-Effekte. Der „Space Glider“ hingegen driftet von einer nordafrikanisch anmutenden Einleitung zu einer gefühlvollen Trompetenballade, die sich über Anklänge an Drum’n’Bass erhebt und bei kraftvollen Ethnobeats endet. In „Paper Plane Patrol“ schwebt Kraus’s Trompete Miles-Davis-klar über einem kräftigen Groove.
Zwei Versionen von „We Are Doing Well“ umrahmen die übrigen acht Titel. Vom „Hurricane in My Living Room“ rappt Kraus hier über einem eigenwillig schwingenden Bass-Ostinato und hippeligen Beats, wobei die zweite, von Matthias Vogt angefertigte Remix-Version spannender als das Original der Band ausfällt. Übrigens: Nach 36 Sekunden startet ein Hidden Track, in dem Joo Kraus das Album als „Musik der Welten an der Kreuzung der Stile und Genres“ oder „Joo-Jazz“ bezeichnet.

Werner Stiefele, 06.02.2021



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