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N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



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Engelbert Humperdinck

Erinnerung – Homage to Humperdinck

Christina Landshamer, Jonas Kaufmann, Hinrich Alpers, Schumann Quartett Bamberger Symphoniker, Wiener Philharmoniker u. a.

DG/Universal 4839762
(164 Min., 1955–2000) 2 CDs

Kein One-Hit-Wonder, sondern ein bemerkenswerter Meister der Jahrhundertwende: Dass Engelbert Humperdinck nicht nur „Hänsel und Gretel“ und allenfalls noch die „Königskinder“ komponiert hat, ließ sich bisher gar nicht so leicht nachvollziehen, denn es mangelte an Einspielungen seiner anderen Werke, besonders der Kammermusik. Das ändert sich mit diesem Doppelalbum: Endlich sind auch Humperdincks kammermusikalische Werke in repräsentativen Aufnahmen verfügbar, und gerade die markieren wichtige Ecksteine seines Schaffens: 1875 präsentiert sich der Anfang-Zwanziger mit einem Klavierquintett noch als wenig orientierter Hiller-Schüler. Und seine zeitgleich entstandene Bearbeitung des „Tristan“-Vorspiels für Streichsextett und Klavier zeigt, wo er stilistisch schon damals eigentlich hinwollte. 1920 erleben wir ihn dann als durch die heiß umworbene neudeutsche Schule gegangener Abgeklärter mit einem großartigen Streichquartett in C-Dur. Das ist aber nur einer der Aspekte dieser Sammlung, die mit ihrem Sammelsurium-Charakter durchaus Analogien zu Humperdincks verschlungenem Weg als Komponist aufweist: Wir hören einige wundervolle Klavierlieder, dem Rezensenten bisher weitestgehend unbekannt, präsentiert von der Sopranistin Christina Landshamer mit Hinrich Alpers am Klavier – aber nicht nur: Für das Lied „An das Christkind“ hat man beim Label ins Archiv gegriffen und eine Einspielung mit Dietrich Fischer-Dieskau und Jörg Demus hervorgezaubert. Und hier liegt das andere Plus dieses Doppelalbums: Alt und Neu werden auf inspirierende Art miteinander verbunden. Auszüge aus „Hänsel und Gretel“ mit Lucia Popp und Brigitte Fassbaender von 1970 stehen neben „Königskinder“-Passagen mit Jonas Kaufmann und der leider heftig vibrierenden Ofelia Sala. Das berühmte „Lied des Spielmanns“ aus derselben Oper schließt dann aber nahtlos in Eberhard Wächters Interpretation von 1957 an. Manches mehr noch wird der Humperdinck-Freund hier entdecken – eine würdige Hommage für den 1921 Verstorbenen.

Michael Wersin, 01.05.2021



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