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Georg Friedrich Händel

An Ode For St Cecilia's Day / Cecilia, volgi un sguardo

Carolyn Sampson (Sopran), James Gilchrist (Tenor), Choir of the King’s Consort, King's Consort, Robert King

Hyperion/Codaex SACDA 67463
(77 Min., 6/2003) 1 CD

In Deutschland wurde kürzlich sogar über die Abschaffung des Nationalfeiertages diskutiert, in England, einst als "Land ohne Musik" geschmäht, wurde im 17. und 18. Jahrhundert der 22. November, der Tag des Märtyriums der Heiligen Cäcilia, aufgrund einer frühchristlichen Beschreibung als Schutzpatronin der Musik verehrt, jeweils mit einem offiziell begangenen "Tag der Musik" und Aufführungen entsprechender Dichtungen und Kompositionen zu ihrem Lobe, so genannten Cäcilienoden, begangen. Händel hat gleich zweimal die berühmten für diesen Anlass gedichteten Dryden-Oden vertont: das "Alexander’s Feast" und die hier eingespielte "Ode for St. Cecilia’s Day". John Dryden stellt in der (kleinen) Ode der Reihe nach die Instrumentengruppen vor, die dann zum Lob der Cäcilia in Händels Komposition entsprechend musikalisch illustriert werden; es entsteht ein klingendes Instrumentenlexikon und ein Meisterwerk, das dem "Alexander’s Feast" in der Wirkung nicht nachsteht. Der Text kann im dreisprachigen Booklet mitverfolgt werden.
      Chor und Orchester des King’s Consort unter Robert King, die Solisten Carolyn Sampson und James Gilchrist tragen ihren Teil zum Gelingen einer lebendigen, frischen und auch im Klangbild sehr ansprechenden Interpretation bei.
      Nicht ganz so lautmalerisch ist die ebenfalls eingespielte Kantate "Cecilia, volgi un sguardo" aus den Jahren 1711 und 1712. Sie ist heute eher unbekannt, zu Händels Zeiten wurde sie aber oft zwischen den Pausen des "Alexander’s Feast" gespielt. Dass die Kantate in der sängerischen Gestaltung trotz ebenfalls virtuoser Verzierungen nicht so überzeugend gelingt, mag an der Langatmigkeit einiger Arien, insbesondere der Sopranarie "Sei cara" liegen.

Peter Overbeck, 19.02.2005



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