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N° 1259
25.06. - 01.07.2022

nächste Aktualisierung
am 02.07.2022



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Johann Sebastian Bach, Frédéric Chopin, Robert Schumann, Lyonel Feininger, Reinhard Febel u. a.

„Tracing Bach“ (Präludien und Fugen)

Yaara Tal

Sony 19439880642
(59 Min., 2 & 3/2021)

Auch wenn Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ mit seinen 24 Präludien & Fugen-Paaren formal ein in sich geschlossenes Opus magnum darstellt, ist es keinesfalls hermetisch und unantastbar versiegelt. Allein das beliebte Eröffnungs-Präludium in C-Dur durfte schließlich durch unzählige Kinderklavierhände gehen. Diesem Hit begegnet man zwar nun auf Yaara Tals etwas anderer Beschäftigung mit dem „Wohltemperierten Klavier“ nicht. Dafür hat sie insgesamt acht Präludien ausgewählt und ihnen in der entsprechenden Tonart Fugen zur Seite gestellt, die allesamt von den unterschiedlichsten Bach-Fans stammen. Dem Bachschen g-Moll-Präludium BWV 885 folgt nun eine schon fast akademisch strenge „Fugue à quatre voix“ op. 7 von Prinz Louis Ferdinand von Preußen. Ebenfalls kunstvoll in sich gekehrt, so ganz ohne Parfüm, kommt Frédéric Chopins a-Moll-Fuge daher. Und auf das intime Bach-Präludium BWV 853 folgt – in einer Weltersteinspielung – eine musikalisch ernste Gedankenarbeit des Bauhaus-Künstlers Lyonel Feininger. Von Bach-Sohnemann Wilhelm Friedemann über Robert Schumann und Johann Nepomuk Hummel bis zu den Alkan-Brüdern Charles Valentin & Napoléon und dem Russen Anton Arensky reicht zudem der Bogen der kontrapunktisch veranlagten Bach-Jünger. Auch wenn die Fugen immerhin drei Jahrhunderte an Musikgeschichte verkörpern, ist man bei dieser Bach-Spurensuche schon verblüfft, wie die Komponisten sich vom alten Stil gefangen nehmen ließen. Zum Schluss aber erklingt nicht etwa ein Bach-Präludium. Reinhard Febel, der sich bereits vor einem Jahr intensiv mit Bachs „Kunst der Fuge“ beschäftigt hat, bezog sich in „Tempus fugit“ auf die Gavotte aus Bachs „Englischer Suite“ BWV 811. Und Febel treibt seine Fuge und die Finger Yaara Tals nun derart vor sich her, als hätte er eigentlich ein Selbstspielklavier im Ohr gehabt.

Guido Fischer, 28.08.2021



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Eva Jagun stammt aus einer Kölner Musikerfamilie und lernte zunächst Geige, Flöte, Gitarre und Klavier. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in diversen Chören und Bands, später studierte sie in Hamburg Musik, seit einigen Jahren lebt sie in Berlin. Dort arbeitet sie als Sängerin wie auch als Geigerin im Studio und auf der Bühne mit einer Vielzahl von Künstlern zusammen, unter anderen mit Nina Hagen oder Dieter Hallervorden. Wichtige Impulse erhielt sie vom kanadischen Jazzbassisten […] mehr


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