home

N° 1220
25.09. - 01.10.2021

nächste Aktualisierung
am 02.10.2021



Responsive image
Johann Sebastian Bach, Frédéric Chopin, Robert Schumann, Lyonel Feininger, Reinhard Febel u. a.

„Tracing Bach“ (Präludien und Fugen)

Yaara Tal

Sony 19439880642
(59 Min., 2 & 3/2021)

Auch wenn Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertes Klavier“ mit seinen 24 Präludien & Fugen-Paaren formal ein in sich geschlossenes Opus magnum darstellt, ist es keinesfalls hermetisch und unantastbar versiegelt. Allein das beliebte Eröffnungs-Präludium in C-Dur durfte schließlich durch unzählige Kinderklavierhände gehen. Diesem Hit begegnet man zwar nun auf Yaara Tals etwas anderer Beschäftigung mit dem „Wohltemperierten Klavier“ nicht. Dafür hat sie insgesamt acht Präludien ausgewählt und ihnen in der entsprechenden Tonart Fugen zur Seite gestellt, die allesamt von den unterschiedlichsten Bach-Fans stammen. Dem Bachschen g-Moll-Präludium BWV 885 folgt nun eine schon fast akademisch strenge „Fugue à quatre voix“ op. 7 von Prinz Louis Ferdinand von Preußen. Ebenfalls kunstvoll in sich gekehrt, so ganz ohne Parfüm, kommt Frédéric Chopins a-Moll-Fuge daher. Und auf das intime Bach-Präludium BWV 853 folgt – in einer Weltersteinspielung – eine musikalisch ernste Gedankenarbeit des Bauhaus-Künstlers Lyonel Feininger. Von Bach-Sohnemann Wilhelm Friedemann über Robert Schumann und Johann Nepomuk Hummel bis zu den Alkan-Brüdern Charles Valentin & Napoléon und dem Russen Anton Arensky reicht zudem der Bogen der kontrapunktisch veranlagten Bach-Jünger. Auch wenn die Fugen immerhin drei Jahrhunderte an Musikgeschichte verkörpern, ist man bei dieser Bach-Spurensuche schon verblüfft, wie die Komponisten sich vom alten Stil gefangen nehmen ließen. Zum Schluss aber erklingt nicht etwa ein Bach-Präludium. Reinhard Febel, der sich bereits vor einem Jahr intensiv mit Bachs „Kunst der Fuge“ beschäftigt hat, bezog sich in „Tempus fugit“ auf die Gavotte aus Bachs „Englischer Suite“ BWV 811. Und Febel treibt seine Fuge und die Finger Yaara Tals nun derart vor sich her, als hätte er eigentlich ein Selbstspielklavier im Ohr gehabt.

Guido Fischer, 28.08.2021



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Sanfter Umbruch: Die Jahre als Kapellmeister beim Fürsten Ésterhazy weiß Joseph Haydn als Experimentierfeld zu nutzen. Das zeigen nicht nur seine fast planvollen Erprobungen im Bereich der Sinfonie, deren weltweit geschätzter Könner er werden wird, sondern auch die solistischen Einsätze und in diesen Jahren entstandenen Solokonzerte. Wie auch Mozart kannte Haydn die Solisten, für die er schrieb alle persönlich, es waren meist seine Kollegen in der Hofkapelle. Die beiden überlieferten […] mehr


Abo

Top