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Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach

Tra le fiamme, Weichet nur, betrübte Schatten u.a.

Nuria Rial, Giovanna Pessi, Patrick Beaugirard, Ricercar Consort, Philippe Pierlot

Mirare/harmonia mundi 009-2
(63 Min., 9/2005) 1 CD

Die junge spanische Sopranistin Nuria Rial tritt seit einiger Zeit hervor aus dem Schatten der verschiedenen Alte-Musik-Ensembles, deren Klang sie mit ihrem wundervollen Timbre veredelt hat, und präsentiert sich solistisch als eine der großen Hoffnungen für die Zukunft des Barockgesangs. Sensationell das kürzlich erschienene "Stabat Mater" von Pergolesi, das sie gemeinsam mit dem nicht minder begabten Counter-Tenor Carlos Mena höchst eigenständig und vollkommen zu zelebrieren verstand. Erfreulich nun, dass sie so schnell wieder auf CD zu hören ist: Begleitet vom prägnant und ausdrucksstark gestaltenden, wiewohl nicht immer völlig homogen agierenden Ricercar Consort unter Leitung von Philippe Pierlot gibt Nuria Rial eine weitere Kostprobe ihrer sängerischen Kunst, deren Hauptmerkmal ein überaus hohes, wenn auch nicht immer schon restlos ausgereiftes technisches Können ist, gepaart mit einer ganz persönlichen stimmlichen Farbe, die sie aus der Masse der im gleichen Genre tätigen Sopranistinnen heraushebt. Kaum etwas auszusetzen gibt es an den Koloraturen in Händels effektvoller Kantate "Tra le fiamme", und mit großer Vollendung sowie stupender Geschmeidigkeit bewegt die Sängerin sich auf Bachs verschlungenen melodischen Pfaden in dessen Solo-Kantate "Weichet nur, betrübte Schatten". All dies hat vielerorts Emma-Kirbky-Qualität. Verbessern könnte Nuria Rial hingegen noch ihren Zugriff auf den Text: Auf dieser Ebene wagt sie, besonders bei Bach, insgesamt noch zu wenig. Das schmälert jedoch nicht den Wert dieser viel versprechenden sängerischen Leistung, die in Nachbarschaft zu Händels hübschem Harfenkonzert op. 4 Nr. 6 und Bachs Concerto für Oboe d'Amore BWV 1005a optimal zur Geltung kommt.

09.06.2006



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