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N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



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Federico Mompou

Música callada

Lilit Grigoryan

Orchid Classics/Naxos ORC100178
(72 Min., 9/2019)

Auf die Frage, welche Schallplatten er denn auf die berühmte einsame Insel mitnehmen würde, soll Federico Mompou einmal geantwortet haben: „Werke von Chopin, Skrjabin“. Erstaunlich. Denn im Grunde hätte man rückblickend vom Katalanen noch Namen wie Schumann, Satie und vor allem Debussy erwartet. Schließlich haben auch diese Komponisten mit ihren Stücken eindeutige Spuren im umfangreichen Klavierschaffen Mompous hinterlassen. Wie etwa in seinem bedeutendsten Klavierwerk, der „Música callada“. Aus 28 zauberhaft schlichten Piècen besteht diese Sammlung, deren Titel auf das gleichnamige Gedicht des spanischen Mystikers San Juan de la Cruz zurückgeht und das übersetzt „Musik des Schweigens“ lautet. Und im Vergleich zu dem, was sich in den Jahren der Entstehung um Mompou herum auch an exzessiven Neue Musik-Eruptionen tat, balancieren die zwischen 1951 und 1967 geschriebenen Stücke schon fast an der Grenze hin zur Stille. „Molto lento e tranquilo“, „Semplice“ oder „Calme“ lauten dementsprechend die einzelnen Satzbezeichnungen. Doch so sehr sich Mompou damit offiziell als ein völlig unmoderner Komponist präsentierte, besitzt seine Klangwelt einen duftenden Charme und Zauber, dem sich niemand entziehen kann. Und wie er zudem das impressionistische mit dem iberischen Kolorit verschmolz, entpuppt sich nun auch in der sensiblen, feingeistigen und vor allem hochpoetischen Gesamteinspielung von Lilit Grigoryan als ungemein kostbar. Musik und Aufnahme könnten hier gleichermaßen das Leben auf der einsamen Insel verschönern und bereichern.

Guido Fischer, 06.11.2021



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