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N° 1290
28.01. - 03.02.2023

nächste Aktualisierung
am 04.02.2023



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Clara Schumann, Robert Schumann

„Acht Novelletten“, „Gesänge der Frühe“, „Soirées Musicales“

Martin Helmchen

Alpha/Note 1 ALP857
(70 Min., 2021)

Für die klanghistorische Beschäftigung mit der Romantik bevorzugen Pianisten zumeist Instrumente aus den Werkstätten von Pleyel und Graf. Für seine Aufnahme von Werken Robert & Clara Schumanns hat sich Martin Helmchen hingegen einen Bechstein von 1860 und damit ein Fortepiano ausgesucht, das nicht nur die Schumann-Gattin noch hätte spielen können. Dieses Prachtinstrument bietet mit seiner farblichen und dynamischen Palette alle Möglichkeiten, um ihm bzw. den drei eingespielten Werken die gesamte Ausdrucksbandbreite von handfest bis feinstschattiert zu entlocken. Und Helmchen ergreift die Gelegenheit beim Schopf und breitet mit treffsicherer Hand bei gleichzeitiger „Emotionalität“ ein romantisches Klavierpanorama aus, bei dem auch das salonhafte Moment nicht zu kurz kommt. So finden sich zwischen den „Acht Novelletten“ op. 21 und den „Gesängen der Frühe“ op. 133 von Robert Schumann drei Piècen aus Claras „Soirées Musicales“ op. 6, die allein schon von den Satzbezeichnungen her – etwa „Notturno“ und „Mazurka“ – ihre Nähe zu Kollege Frédéric Chopin unterstreichen. Unbeschwert schöne und von Helmchen genauso vorgetragene Gelegenheitsstücke sind das. Bei den „Novelletten“ hingegen verleiht er dem Bechstein stramme Waden im marschartigen Rhythmus. Und wie herrlich festlich funkelt es dann wieder an anderer Stelle. Mit den „Gesängen der Frühe“ betritt Helmchen hingegen ganz andere Schumann-Welten. Da scheint gleich zu Beginn die Zeit fast stillzustehen – in dem mit rhapsodischen Brahms-Zungen gesungenen Klavierchoral. Doch, dass Schumann im Kompositionsjahr 1853 keinesfalls die Lust am Irdischen verloren hatte, macht Helmchen gleichermaßen mit frischem Ton und Zugriff überdeutlich. Gelungen.

Guido Fischer, 16.04.2022



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