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N° 1237
22. - 28.01.2022

nächste Aktualisierung
am 29.01.2022



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John Adams, Lepo Sumera

Fearful Symmetries, The Chairman Dances, Sinfonie Nr. 2

Sinfonieorchester der Norrlands-Oper, Kristjan Järvi

CCnC/In-Akustik 7 23091 0192 5 (Hybrid-SACD)
(58 Min., 05/2001) 1 CD

Der musikalische Minimalismus, dem beide Komponisten dieser CD viel verdanken, hat sich doch als langlebiger und vor allem variationsfähiger erwiesen, als man ursprünglich dachte. Und es sind die Komponisten der zweiten und dritten Generation der Minimal Music, die mit den Bausteinen dieser Kompositionstechnik kreativer umgehen als die Gründerväter.
Das gilt besonders für John Adams, der mit "Fearful Symmetries" ein herrliches Kabinettstück vorlegt, mit simpelsten Mustern und Phrasen beginnt, die die finstersten Vorurteile über die Eintönigkeit des Minimalismus zu bestätigen scheinen, dann aber kräftig Gas gibt und den Hörer auf eine spannende Reise um zahlreiche Ecken und über viele Gipfel mitnimmt und zum ruhig-entspannten Schluss quasi durch die Musik selbst fragt: "Na, seht ihr, wie viel man aus so wenig machen kann?"
Auch der Este Lepo Sumera, der 2000 fünfzigjährig verstarb, bedient sich in seiner Sinfonie Nr. 2 Elementen der Minimal Music, doch findet sich in seiner Tonsprache wenig von der Verspieltheit John Adams'. Vielmehr spricht die Musik eine unverkennbar nordeuropäische Sprache, mit deutlichen Bezügen zu Sibelius. Auch Sumera gelingt es in seiner Komposition, trotz repetitiven Grundmaterials einen überzeugenden Entwicklungsbogen zu spannen.
Kristjan Järvi leitet mitreißende, energetische Interpretationen der eingängigen und farbigen Werke, und das schwedische Orchester hinterlässt einen gleichermaßen inspirierten wie disziplinierten Eindruck. Lediglich an einigen Stellen der Musik von John Adams, so im Erfolgstück "The Chairman Dances", einer Auskoppelung aus der Oper "Nixon in China", hätte ich mir zusätzlich zur rhythmischen Attacke eine Portion Glamour und Laszivität gewünscht, denn das Halbseidene gehört, obgleich ironisch gefiltert, durchaus auch zu Adams' Vokabular.

Thomas Schulz, 01.12.1999



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