home

N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



Responsive image
Peter Iljitsch Tschaikowski

18 Stücke für Klavier op. 73, Nocturne op. 19/IV

Nuron Mukumi

Prospero/Note 1 PROSP0056
(77 Min., 5/2022)

Obwohl Peter Iljitsch Tschaikowski das erfolgreichste romantische Klavierkonzert komponiert hat, werden seine Solowerke für Klavier bis heute nur selten aufgeführt. Auch die schmale Diskografie beschränkt sich auf den „Jahreszeiten“-Zyklus op. 37a und die große Klaviersonate op. 37. Jetzt hat Nuron Mukumi, ein junger, in Hamburg lebender Deutsch-Usbeke, sein zweites Album dem späten Zyklus der 18 Stücke für Klavier op. 73 gewidmet und diese großartigen Miniaturen endlich dem Dornröschenschlaf entrissen.
Tschaikowski schrieb diese gut 70 Minuten lange Sammlung romantischer Genrestücke nur wenige Monate vor seinem tragischen, vermutlich erzwungenen Tod in einem Schaffensrausch von nur 15 Tagen und nannte sie bescheiden „Pfannkuchen“. Er gibt darin einen durchaus nostalgischen, emotional weit gespannten Überblick über das ganze Arsenal romantischer Genrestücke, wie sie das zu Ende gehende 19. Jahrhundert bereitgestellt hatte, und so gibt es neben expliziten Bezügen zu Schumann und Chopin auch klare Anspielungen auf bekannte Werke Liszts oder Mendelssohn Bartholdys. Zugleich ist ein wunderbares, teilweise hochvirtuoses Kaleidoskop der eigenen stilistischen Vielseitigkeit, wobei sich ballettähnliche Tanznummern, romanzenartige Vokalstücke und fantastische orchestrale Strukturen abwechseln – fast wie ein Lebensfazit im Kleinformat.
Und Mukumi nähert sich der fragilen Materie mit großem Respekt, mit erstaunlicher manueller Souveränität und einer zärtlichen Sensibilität, die der inneren lyrischen Linie jedes einzelnen Stückes mit feiner Agogik nachspürt, dabei auf jeglichen Effekt, jeden groben Gestus verzichtet. So entpuppt sich der 26-jährige Pianist schon hier als ein großartiger, gereifter Interpret, der den eigentlichen, tief humanen Seelenkern und die positive Kraft von Tschaikowskis Musik überzeugend herausarbeitet.

Attila Csampai, 22.10.2022



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.


Kommentare

Kommentar posten

Richard
Nicht zu vergessen allerdings die grandiose Live-Einspielung von Mikhail Pletnev - so ganz vergessen waren diese Stücke also doch nicht!


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Beim Namen Galilei denkt man sofort an den genialen Mathematiker und Astronomen Galileo Galilei, der mit seiner exakten Messmethodik die modernen Naturwissenschaften maßgeblich mitbegründete. Doch zur Familie Galilei gehörten auch zwei bedeutende Musiker: Galileos Bruder Michelangelo Galilei und der gemeinsame Vater Vincenzo Galilei. Beide waren hervorragende Lautenisten, Vincenzo setzte sich auch intensiv mit den physikalisch-akustischen Grundlagen der Musikproduktion auseinander und […] mehr


Abo

Top