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Claudio Monteverdi

Marienvesper

Paul Agnew, Thierry Félix u.a., Les Arts Florissants, William Christie

Erato/Warner Classics 3984-23139-2
(100 Min., 7/1997) 2 CDs

Mit William Christie und seinem Ensemble Les Arts Florissants verbindet man seit nunmehr fast einem Jahrzehnt hochprofessionelle, hochkonzentrierte Interpretationen Alter Musik auf höchstem Niveau.
Auch bei seiner Einspielung von Claudio Monteverdis Marienvesper dürfte Christie wohl niemanden enttäuschen: Wirkungsvoll befestigt der Dirigent seinen rhythmisch überaus beweglich gehaltenen Zugriff an der stilistischen Vielfalt und der kontrastiven Binnenstruktur des Stücks, und gekonnt hält er zudem die Balance zwischen dem Bedürfnis nach klangsinnlicher Prachtentfaltung und der Solostimme. Christies gewohnt erstklassige Vokaltruppe wie auch das selbst in heiklen solistischen Belangen der historischen Blasinstrumente makellos intonierende Orchester leisten Hinreißendes.
Wenn mir Christies Ansatz manchmal eine Spur zu professionell - sprich: zu nüchtern, zu abgeklärt - daherkommt, dann ist das womöglich lediglich ein Symptom einer leichten Berufskrankheit. Man mag sich darüber streiten, inwiefern die Einfügung zweier Sonaten des Monteverdi-Zeitgenossen Giovanni Paolo Cima legitim ist; unter der Vorausgabe, dass es sich bei der Marienvesper eher um ein thematisch gebündeltes, repräsentatives Kompendium denn um ein geschlossenes Werk zum Zwecke einer fortlaufenden liturgischen Aufführung handelt, sind die Einschübe vertretbar.

Susanne Benda, 30.06.1998



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