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Joseph Haydn

Streichquartette op. 9 Nr. 4, op. 20 Nr. 5 und op. 33 Nr. 3

Quartett ad fontes

Arte Nova/BMG 7 43217 76362 6
(58 Min., 11/1999) 1 CD

Feinsinnig, leichtfüßig und mit klaren Konturen interpretiert das Quartett ad fontes die drei Haydn-Werke – das humorvolle "Vogel"-Quartett op. 33,3, umgeben von zwei elegischen Werken in Moll. Seit 1995 besteht das Ensemble, es spielt, nach dem Motto "zurück zu den Quellen!" ("ad fontes") auf Originalinstrumenten, und dies in einer ebenso dezenten wie ausdrucksvollen Weise – die Zeiten, in denen Schlachten für Darmsaiten geschlagen werden mussten, sind vorbei.
Doch trotz allen Feinsinns – etwas fehlt mir bei diesen Interpretationen. Es klingt auf die Dauer zu mäuschenhaft-wohlerzogen. Dass es in dieser Musik auch kräftige Akzente gibt, dass auch gelacht werden darf (am Schluss des "Vogel"-Quartetts) – man hört es nicht in diesen Darbietungen, trotz all ihrer Qualitäten. Was wirklich in diesen Werken steckt, demonstrieren unschlagbar – und ebenfalls auf historischen Instrumenten – die Damen und Herren des Quatuor Mosaïques (Astrée), das die Zyklen opp. 20 und 33 eingespielt hat. Hier wird die Kunst der Klangrede in ihrer Vollendung praktiziert, zeigt sich, ohne Exzesse, ein ganz andere dynamische und agogische Bandbreite. Hinzu kommt, dass die Mosaïques, im Gegensatz zum Quartett ad fontes, die Expositionen in den Kopfsätzen wie vorgeschrieben wiederholen. Im Quartett op. 9,4, von dem es noch keine Einspielung auf Originalinstrumenten gibt, hat das Quartett ad fontes das Feld – noch – für sich allein.

Thomas Schulz, 26.10.2000



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