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Franz Liszt

Das Gesamtwerk für Cello und Klavier

Guido Schiefen, Eric Le Van

Arte Nova/BMG 74321 76809 2
(51 Min., 3/2000) 1 CD

Für Liszt waren das teilweise schon "vergessene Stücke", bevor sie überhaupt gespielt waren. Es ist alles eitel, da wir alle sterben müssen, sagte er sich - und komponierte in seinem späteren Leben für kein Publikum mehr (außer für sich selbst - seine Virtuosenkarriere beendete er im Alter von sechsunddreißig). Mehr eine Abspaltung seines Gemütszustands, diese Elegien und Romanzen, Impressionen ohne äußere, nur von "innerer" Form, Musik des 20. Jahrhunderts eigentlich: "Ich will meine Lanze in die unendliche Sphäre der Zukunft schleudern!". Das gilt nicht für die "Consolations", auch das "Sonetto del Petrarca" ist keine Bearbeitung von Liszt selbst, aber erstere wurde von ihm begrüßt, letztere ist noch tintennass (von Eberhardt Jüdt).
Ein hoch versierter Cellist, Guido Schiefen, gibt also ein abgelegenes, auch in den älteren Werken eher verinnerlichtes Programm. Er tut’s mit großer, farbiger Tongebung, zuverlässiger Artikulation, plastischer Modellierung. Aber irgendetwas fehlt: Introspektion, das Nachlauschen ins Innere, die spirituelle Haltung? Bei Schiefen klingt das alles recht rotbäckig, nicht morbid. Der Begleiter, Eric Le Van, lotet tiefer - übrigens auf Liszts Bayreuther Steingraeber-Flügel aus dem Jahre 1873.

Thomas Rübenacker, 24.08.2000



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