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N° 1219
18. - 24.09.2021

nächste Aktualisierung
am 25.09.2021



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Franz Liszt, Ludwig van Beethoven

Beethoven-Kantate, Chorfantasie

Kölner Kantorei u.a., Cappella Coloniensis, Bruno Weil

DHM/BMG 05472 77535 2
(46 Min., 10/2000) 1 CD

"Er verleiht der Spanne Zeit / Abglanz hellster Ewigkeit!", singt der Chor mit Nachdruck. Gemeint ist Beethoven, dessen Chorfantasie die Kölner Kantorei und die Cappella Coloniensis des WDR unter Bruno Weils Leitung hier auch eingespielt haben.
Aber lassen wir dieses Stück, das wir kennen und immer noch ziemlich langweilig finden. Wenden wir uns lieber dem Werk zu, das der zu dieser Zeit nur als Pianist und Klavier-Komponist bekannte dreiunddreißigjährige Franz Liszt 1845 anlässlich der Enthüllung der Bonner Beethoven-Statue schrieb. Denn diese Kantate ist zwar auch ziemlich langweilig, aber immerhin kannte sie bislang kaum jemand.
Liszts Musik hangelt sich (mit Vorgaben wie "maestoso, "fuocoso" und "religioso") am emphatischen Gestus des zugrunde liegenden Huldigungs-Gedichtes entlang, das der Jenaer Schriftsteller Bernhard Wolff ersonnen hatte. Liszt kann (hier bereits) gut instrumentieren, aber eigentlich ist schon nach der Vertonung des ersten Verses alles gesagt, was man bei einigem guten Willen für wesentlich erachten könnte.
Wenn jetzt wenigstens die Interpretation eine Offenbarung wäre, könnte man Gnade vor Recht ergehen lassen. Leider jedoch gelingt dem Orchester und auch dem Chor vieles nicht sonderlich genau - was den Eindruck des Greulich-Gräulichen, den das Werk hinterlässt, noch zusätzlich verstärkt. Die Solisten immerhin schlagen sich wacker, solange sie nicht versuchen, zusammen zu singen. Das nämlich endet nicht gut. Und überhaupt: Manche Werke, spürt man hier, sind einfach zu Recht vergessen. Lasst sie doch in Frieden ruh'n!

Susanne Benda, 05.03.2001



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