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Franz Liszt

Vallée d´Obermann, Ungarische Rhapsodie Nr. 13, "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" u.a.

Arcadi Volodos

Sony/BMG 82876 87380-2
(76 Min., 5/2006 - 9/2006) 1 CD

Geheimnisvoll schönes Vogelgezwitscher im Diskant ("Des hl. Franziskus von Assisi Vogelpredigt"), ein peitschender Csárdás (13. Ungarische Rhapsodie), heroisch-dunkel in Gang gesetzte Oktaven ("Funérailles") – alles Beispiele für das, was Franz Liszt einmal als musikalische "exubérance de coeur", als Überschwang des Herzens bezeichnete. Kein Wunder, dass man es dafür nicht nur in den Händen, sondern auch im eigenen Herzen und im Köpfchen haben muss. Was bei einem Tastensprungmeister und -sprinter wie Arcadi Volodos keine Frage ist. Schließlich hat er schon bei seiner Einspielung von Schubertsonaten gezeigt, wie vorsichtig und umsichtig er mit beseelten (Hebe-)Figuren umzugehen versteht. Fünf Jahre liegen seitdem zurück. Und seit seiner letzten Aufnahme (von Tschaikowskys erstem Klavierkonzert) sind auch schon vier Jahre vergangen. Dass sich Volodos jetzt mit einem reinen Lisztrecital zurückmeldet, bei dem die oben angeführten Bravourstücke nicht fehlen durften, mag man als eine Art "Back to the Roots" interpretieren. Immerhin hatte Volodos vor genau zehn Jahren mit seinen Klaviertranskriptionen, die eben auch von Liszt waren, erstmals die Klavierwelt schier wahnsinnig vor Begeisterung gemacht. Wer sich aber jetzt schon voreilig die Hände reibt und einen rein pianistischen Parforceritt erwartet, bei dem die Boxen aus der Halterung springen, der sollte sich doch lieber an so manches asiatisches Wunderkind halten. Volodos streut zwar der Ungarischen Rhapsodie seine eigene Pfefferschotenmischung unter, um seinem Ruf nichts schuldig zu bleiben. Wer wie er jedoch sich nicht nur in den Hochblütezeiten von Liszt aufhält, sondern bis zu den späten, von schweren Gedanken tief durchfurchten und immer asketischer gewordenen Klavierwerken Liszts vordringt, der scheint dem puren Virtuosentum einmal mehr abgeschworen zu haben.

Guido Fischer, 08.02.2007



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