Responsive image
Jacques Ibert, Wolfgang Rihm, Jean Sibelius, George Gershwin, Dmitri Schostakowitsch u.a.

Who Is Afraid Of 20th Century Music? - Ibert: Bacchanale, Schostakowitsch: Tahiti Trot, Kabalewski: Galopp u.a.

Philharmoniker Hamburg, Ingo Metzmacher

Syrinx/Sony 130082
(78 Min., 12/2002) 1 CD

Wenn das aktuelle Jahr nur halbwegs so wird, wie das letzte während des Silvesterkonzerts in der Hamburger Musikhalle verabschiedet wurde, dann viel Vergnügen! Denn was Ingo Metzmacher da zum vierten Mal unter dem Titel "Who is Afraid of 20th Century Music" auf die Konzertbretter stellte, ist ein kulinarischer Ohrenschmaus de luxe. Und das mit Werken von berühmten Komponisten, die gerne einfach auch mal unter ihrem ambitionierten Niveau arbeiten wollten. Wie Wilhelm Killmayer und Wolfgang Rihm, die sich beide mit parodistischem Augenaufschlag an das gute, alte Walzer-Modell machten.
Doch Metzmacher und sein vor Engagement übersprühendes Orchester setzen nicht nur auf den knackigen, stets kurzweiligen Effekt, wenn maschinenhafter Galopp-Furor von Kabalewski, Jazziges von Gershwin und Schostakowitsch mit seiner Orchestrierung des Hits "Tahiti Trot" aus dem Musical "Tea for Two" aufgetischt wird. Dazwischen sind wundersame Klang-Gedichte aus Skandinavien genauso zu entdecken, wie die zurzeit viel gefragten, spröden Klangprismen des Briten Thomas Adès. Wenn sich hier kleinste Energieeinheiten zu einer Hochspannung zusammenfinden, entlädt es sich schnell in fulminanten Show-Pieces. Und der von wilden Rhythmen infizierte "Malambo" des Argentiniers Alberto Ginastera treibt das Stimmungsbarometer schlicht bis in den roten Bereich.

Guido Fischer, 08.03.2003



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Saitenwechsel: Es ist schon seltsam, dass die zeitliche Distanz zu den Suiten eines François Couperin oder Jean-Philippe Rameau viel deutlicher hervortritt, wenn man sie statt auf einem Cembalo auf einem modernen Flügel spielt. Während das knackig-bissige Cembalo mit dieser Musik eine zeitlich stimmige Einheit bildet, trägt der fließende, weiche Klang eines Flügels etwas Vermittelndes bei. So als hörte man von einer Geschichte nur aus der rückblickenden Erzählung oder als würde man […] mehr »


Top