Krzysztof Penderecki, einer der populärsten und produktivsten Gegenwartskomponisten, erhielt vor zwei Jahren den Kompositionsauftrag für eine Messe. Er begann zunächst mit der Vertonung des zentralen Glaubensbekenntnisses, dem “Credo”, von dem er unlängst sagte, er habe Angst davor, da er den Text für wenig inspirierend und sehr dogmatisch halte; deshalb ergänzte er ihn mit Fremdtexten in polnischer und deutscher Sprache. Die Auseinandersetzung mit dem “Credo” geriet indes so umfangreich, dass Penderecki sich entschied, es als eigenständiges Werk zu belassen.
Es ist eine kraftvolle, vielschichtige Komposition entstanden, die durch ein wiederkehrendes, sehr eingängiges Motiv eine besondere Geschlossenheit bekommt. Immer im Dienst des Textes vereint Penderecki unterschiedliche Stile, von romantischen Anklängen, hörbaren Einflüssen anderer Komponisten bis hin zu avantgardistischen Techniken, von filigranen Vokal- und Instrumentalsoli über reine Chorpassagen bis zur geballten Kraft von Chor und Orchester. Besonders intensiv ist die Schilderung der Auferstehung, dem “Resurrexit”, mit chorischem Stammeln, exzessiver Polytonalität und Schlagwerksoli.
Solisten, Chor und Orchester, allesamt vertraute Musizierpartner des Auftraggebers und Dirigenten Helmuth Rilling, sind glänzend disponiert und verhelfen der ebenso wirkungs- wie anspruchsvollen Komposition bei dem Mitschnitt der Uraufführung aus Oregon/USA zu einer idealen Darstellung.

Peter Overbeck, 30.06.1998



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