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Giovanni Battista Pergolesi

Die Magd als Herrin, Stabat Mater

Paola Antonucci, Rosanna Mancarella, Donato di Stefano, Philharmonisches Orchester der Marken, Gustav Kuhn

Arte Nova/BMG 74321 65420 2
(75 Min., 11/1997, 11/1998)

In der Regel gilt Gustav Kuhn als ein zuverlässiger Sachwalter des Unerwarteten und Aufregenden, selbst bei weidlich bekanntem Repertoire. Hier jedoch enttäuscht sein Zugriff. Zwar steht Kuhn mit dem glänzend disponierten italienischen Philharmonieorchester Marchigiana ein (Streicher-)Ensemble zur Verfügung, das zu pointierter Artikulation und großer gestalterischer Geschmeidigkeit fähig ist und das selbst schnelle Läufe gleichsam mit spitzen Fingern serviert, doch insgesamt ist der Eindruck sowohl von Pergolesis launigem Zwei-Personen-Intermezzo “Die Magd als Herrin” als auch vom Stabat mater ein eher schwerfälliger.
Das liegt nicht nur an Kuhns überraschend konventionellem Umgang mit Tempi, rhetorischer Durchformung und Dynamik, sondern auch an der allzu distanzierten und mit sehr viel Hall verwässerten Aufnahmetechnik. Und es liegt an den Sängerinnen der Aufnahme: Sowohl die (zweifach tätige) Sopranistin Paola Antonucci als auch die Mezzosopranistin Rosanna Mancarella wirken zu dramatisch, zu schwer besetzt - und setzen sich vor allem mit allzu viel Vibrato selbst außer Gefecht. Donato di Stefano ist da der einzig verlässliche Fels in der Brandung. Zumal das Stabat mater, für mich eine der herrlichsten, sinnlichsten Kompositionen überhaupt, vermag sich trotz gelegentlicher dynamischer Überraschungen nicht der lastenden romantischen Aura zu entledigen, mit der es sich bereits im Eingangssatz umgibt.

Susanne Benda, 31.03.1999



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