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Unity

Avishai Cohen, The International Vamp Band

Concord/Edel Contraire 9036CCJ
(63 Min., 2001) 1 CD

So mancher Jazzfreund rümpft ja immer noch die Nase, wenn er bei der Besetzungsangabe zu einem Stück liest, dass ein Musiker Klavier und Bass gleichzeitig bedient, obschon die Band über einen regulären Bassisten verfügt. Und dann wird bei einigen Nummern auch noch gesungen. Der besagte Pianist, Bassist, Sänger und Bandleader ist Avishai Cohen, Chick Coreas Trio- und Origin-Bassist, das sollte ihm ein geneigtes Ohr garantieren.
Tatsächlich wird beim Hineinhören in die Tracks, auf denen Avishai Cohen auch am Bass zu hören ist, die Frage overdubbed oder nicht gegenstandslos. Die E- und Kontrabass-Soli fügen sich organisch in den Verlauf einer Musik, die beste Laune macht. Der Bandname will es sagen: Hier wird das Prinzip der Vamps, jener melodisch-harmonischen Wiederholungsfiguren, kultiviert und mit intelligentem Spielwitz erweitert. Der Akzent liegt auf lateinamerikanischer Rhythmik, schließlich stammen der Drummer aus Mexiko, der Saxofonist und Schekere-Spieler aus Kuba und der Trompeter aus Argentinien; Cohen, gebürtiger Israeli, am Klavier und Bass sowohl in Israel als auch in den USA klassisch ausgebildet, ist einst als Sideman tief in die Clave-Welt eingetaucht.
In Cohens Kompositionen blitzen allerdings immer wieder auch nahöstliche Melodie-Elemente auf, und es ist faszinierend, wie famos die mit dem Latin-Touch zusammengehen. Mitreißend spielen können alle Bandmitglieder, und der Pianist Avishai Cohen braucht sich fürwahr vor keinem Danilo Perez zu verstecken. Der Gesang kommt nur am Rande vor, und da passt er.

Thomas Fitterling, 20.09.2001



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