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N° 1282
03. - 09.12.2022

nächste Aktualisierung
am 10.12.2022



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Transcriptions & Early Recordings, Vol. 6 1941 - 43

Nat King Cole-Trio

Naxos Jazz 8.12 0727
(56 Min., 2/1941 - 11/1943) 1 CD

Nun liegt also der sechste Band der Nat-King-Cole-Reihe des Lables Naxos vor. Es handelt sich wohl um den letzten, der seinen "radio transcriptions" gewidmet ist, Einspielungen, die seinerzeit nicht kommerziell erhältlich waren, sondern nur dem Bedarf der Rundfunkanstalten dienten. So wurde das Album mit frühen, zum Teil wenig bekannten Plattenaufnahmen kleiner Plattenfirmen aus Los Angeles abgerundet. Es wäre eine gelinde Untertreibung, diese Sammlung, die die frühen Jahre abdeckt, kurzweilig zu nennen - trotz der Ähnlichkeit des versammelten Materials. Wenn Musik, die ihrer Natur nach als dezenter Background zu geselligen Cocktail-Schätzchen gedacht war, je unterhaltsamer war als all die dazu geführten Unterhaltungen, dann diese. Schließlich erschlägt ihre Beweislast: Hatte Cole vor seiner "großen Zeit" als populärer Sänger nicht - zumindest für Jazzer-Ohren - seine eigentliche Hoch-Zeit? Als einer der swingendsten, virtuosesten und, ja!, einflussreichsten Pianisten der Jazzgeschichte, der, nebenbei eine einnehmende Stimme hatte. Erst ab 1943, seit den Platten für Capitol, erntete das King Cole Trio Ruhm als locker-flockige, gern kopierte Nachtclub-Attraktion. Dabei war die Erfolgsformel des leichtfüßig jumpenden Trios schon in den 30ern voll ausgeprägt: Coles Gesang und rhythmisch moderne Weiterführung der Pianistik à la Earl Hines, Teddy Wilson und Billy Kyle harmonierte schlafwandlerisch sicher mit der Gitarre des Charlie-Christian-Schülers Oscar Moore. Dazu kam ein wie auf Samtpfoten walkender Bassist. Zur Einführung in die Welt Coles eignet sich das Album bestens, wiewohl oder weil die Hits fehlen, ja viele der Stücke kompositorische Eintagsfliegen, bisweilen Trivialitäten sind, deren Charme man trotzdem erliegt, wenn Cole sich ihrer bedient. Am Rande bemerkt sei, dass viele der Aufnahmen während des berüchtigten Aufnahmestreiks der Jahre 1942/43 entstanden, also einer der am schlechtesten dokumentierten Epochen der Jazzgeschichte.

Marcus A. Woelfle, 16.10.2004



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