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Johann Sebastian Bach

Klavierkonzerte Nr. 1, 2 und 4 (BWV 1052, 1053, 1055)

Murray Perahia, Academy of St Martin in the Fields

Sony 89245
(53 Min., 05/2000) 1 CD

Puristen wie mir kann selbst Murray Perahia nicht helfen. Dabei spielt der so schön Klavier: so genau, so fein und beweglich in seiner Tongebung und Phrasierung. Aber es geht nicht anders: Ich darf ihn nicht mögen. Schließlich sprengt das Klavier, auch wenn sich Perahia geradezu hörbar selbst Zügel anlegt, sämtliche dynamischen Dimensionen, die Bach seinen Cembalo-Konzerten mitgab - und das wird auch nicht dadurch wettgemacht, dass die Academy of St.-Martin-in-the-Fields hier mit einem dickeren Strich agiert, als es ein historisches Ensemble täte, und dass sie einen weniger rhetorisch fein ziselierten denn satt-emphatischen Ansatz kultiviert.
Was Perahia serviert, ist keineswegs nur romantische Mehlschwitze. Zwar kommt vieles im Orchester ziemlich dickflüssig daher - doch zumal die langsamen Sätze geraten so gefühl- und dabei so geschmackvoll, dass man es Perahia sogar nachsieht, wenn er die verbreitete Meinung teilt, das wiegende Siciliano sei einfach ein langsames Schlaflied. Ach, könnte man die vergangenen drei Jahrzehnte ungeschehen machen: Wie gerne würde ich dann diese romantische Bach-CD über den grünen Klee loben!

Susanne Benda, 01.12.1999



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