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Maurice Ravel

"Daphnis et Chloé"-Suite Nr. 2, La Valse, Boléro u. a.

Cincinnati Symphony Orchestra, Paavo Järvi

Telarc/In-Akustik 80601
(63 Min., 2/2003, 9/2003) 1 CD

Paavo Järvi weiß, was Kulinariker wünschen. Und daran lässt er auch bei der fünften Einspielung mit seinem Cincinnati Symphony Orchestra keinen Zweifel. Nach Strawinsky, Sibelius, Prokofjew und Berlioz gibt es daher genau jene Greatest Hits von Maurice Ravel, bei denen in jeder Orchestergruppe bis hin zur Solo-Posaune und Triangel alles so sitzen muss, als ginge es um eine Festanstellung auf Lebenszeit. Da ist eiserne Disziplin und Perfektion genauso erste Pflicht, wie die Motorik drahtig sein und gleichzeitig voller knisternden Spannung stecken muss. Und bei allem Glamour ist dennoch Raffinement im Detail gefragt. Besonders dann, wenn der Tonzauber wie in der "Pavane pour une infante défunte" zur gefährlichen Gratwanderung zwischen koloristisch-atmosphärischer Verführbarkeit und schwülstiger Kintopp-Animation wird.
Järvi jedenfalls hat mit dem CSO einen dieser exzellenten, amerikanischen Musikerapparate zur Hand, die in ihrer hochmodernen Klang-Organisation nicht nur spektakulär nach vorne auf den Stretta-Effekt hin zielen können. Sinnlich bis in die Fingerspitzen wird auch das Soghafte in Stellung gebracht (La Valse), fühlt man sich im subtil angelegten "Feengarten" (Ma Mère l'Oye) bestens aufgehoben. Nichts ist in diesem Ravel-Potpourri überparfümiert bzw. pauschal bombastisch, sondern besitzt Geist und Substanz, Kontrolliertheit und Spontaneität zugleich. Die klassische Mainstream-Moderne - bei Järvi und dem CSO blüht sie einfach beispielhaft auf.

Guido Fischer, 31.07.2004



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