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Steppin’

Torsten Goods

Jazz4ever 4767
(55 Min., 572004) 1 CD, www.jazz-network.com

Wer sagt’s denn: auch in Deutschland lassen sich junge Jazzsänger finden, die es mit Milchgesichtern wie Peter Cincotti oder Jamie Cullum im Kampf um die Harry-Connick-Jr.-Gedächtnismedaille locker aufnehmen können. Torsten Goods, der 1981 als Sohn deutsch-irischer Eltern in Düsseldorf geboren wurde und inzwischen in Nürnberg lebt, ist jedoch keines dieser von einer großen Plattenfirma auf den Markt geworfenen Lifestyle-Produkte für die Ohren. Er kommt vielmehr als unverschämt unbekümmertes Talent herüber, das sich über Marketingstrategien keine großen Gedanken macht. Wo Cullum und Cincotti heftig mit dem Gegenwarts-Pop flirten, um ein möglichst breites Käuferspektrum abzudecken, macht Goods das, was ihm Menschen wie Bireli Lagrene oder George Benson beigebracht haben. Er singt süffig in Connick-Gefolgschaft. Und spielt dazu Gitarre wie ein Wirbelwind. Bei der einzigen Eigenkomposition auf "Steppin’", dem Titelstück, tut er beides mit Bravour: nach einem Irrwitz-Thema aus der Django-Reinhardt-Schule scattet er das Blaue vom Himmel.
Sicher, einige Standardinterpretationen sind Goods auf seiner zweiten CD-Veröffentlichung etwas zu glatt geraten. Und auch den abgrundtief Blues-Verzweifelten, den er bei "Born To Be Blue" gibt, nimmt man ihm nicht ganz ab. Dennoch: Hier wächst jemand heran, der uns Hoffnung für den Swing-Standort Deutschland gibt.

Josef Engels, 19.02.2005



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