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Creole Love Call

Nils Landgren, Joe Sample

ACT/Edel 9707-2
(52 Min., 5/2005) 1 CD

Zum Jahreswechsel 2005/6 übernimmt Nils Landgren den Stuhl des Ersten Posaunisten in der NDR Bigband. Doch die Arbeit für die renommierte Rundfunkband lastet den umtriebigen Schweden nicht aus. Außerdem fließt in seinen Adern - man weiß es Dank seiner Band Funk Unit - mindestens so viel R&B- wie Jazzblut. Insofern verblüfft es nicht, dass er mit einem der ausgebufftesten amerikanischen Rockjazzer, dem Crusaders-Pianisten Joe Sample, ein packendes R&B-Album einspielte. Klassiker wie Otis Reddings "(Sittin‘ on the) Dock of the Bay", Willie Nelsons "Nightlife" oder Duke Ellingtons "Creole Love Call" stehen neben der pumpenden Sample-Nummer "Don’t Take Your Love to Hollywood" und einem verträumten "One Day I Fly Away". Von exzellenten Studiomusikern begleitet, zelebrieren Sample und Landgren den R&B. Dabei wirkt charmant, dass Landgren in seinen Gesangspassagen einen leicht europäischen Akzent behält, andererseits aber wie ein Amerikaner phrasiert. Sample wiederum sorgt mit großartigen Fender-Rhodes-Passagen und knackigen Hook-Lines vom Klavier für eine erdige Basis. Funky Gitarrenriffs von Ray Parker Jr., der energiegeladene, dunkle Bass von Chris Severin und Raymond Webers knochentrockene Schlagzeuge schaffen Party-Atmosphäre. Lenny Castro mengt gelegentlich etwas Percussion ins Geschehen - und das so sparsam, dass er für Glanzlichter sorgt, die rohe Kraft der Nummern aber nie übertüncht. Wahrscheinlich besteht das Geheimnis der Klasse der Disc ohnehin darin, dass Landgren und Sample sehr ökonomisch agieren. Diese Konzentration gibt der Platte Kraft. Wer sie hat, wird sie oft hören.

Werner Stiefele, 29.10.2005



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