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Illumination

Stephan Max Wirth Ensemble

Bos Rec./Jaro 216-04
(67 Min., 4/2004) 1 CD

Die CD heißt "Illumination", die Besetzungsliste umfasst unter anderem neben einem Kehlkopfsänger einen Sitar-Spieler, und auf der Hülle hüpft der Bandleader mit einem roten Derwischgewand samt Saxofon durch eine Dünenlandschaft. Alles klar, lautet sofort das Verdikt, das wird jetzt sehr esoterisch. Doch weit gefehlt: die Musik des Stephan-Max Wirth Ensembles ist kein jämmerlich glimmendes Räucherstäubchen, sondern ein mächtiges bengalisches Feuer.
Wirth hat sein Zelt unweit der Ashrams von Sun Ra, Pharoah Sanders und Return to Forever aufgeschlagen, dort predigt er seine Glaubensgewissheit mit einem eigenen spitzen Tenor-Ton, dem man bisweilen auch ein unfrommes Gekichere entnehmen kann. Das ist verständlich. Denn der Spaß - und nicht die blasierte religiöse Erleuchtung - steht bei "Illumination" im Vordergrund. Man mag es dem Videoclip entnehmen, der der CD eingebrannt ist. Dort wird zum Space-Funk des Ensembles heftig kryptoindisch getanzt.
Man darf sich aber auch über die musikalische Werthaltigkeit des Tonträgers freuen. Wirth hat nämlich ein tolle Kommune im Studio versammelt: Julia Hülsmann, die dem Fender Rhodes die Chick-Corea-Töne beibringt, Frank Wingold, der der E-Gitarre überirdische Sphären-Sounds aus den Bünden schüttelt, schließlich Stefan Weeke und Marcel van Cleef, die als Kontrabass-Schlagzeug-Gespann entspannt die Kirche im Dorf lassen. Ach ja: Sitar und Kehlkopfgesang passen sich übrigens perfekt in den ausgelassenen Jazzrock ein. Darauf ein dreifaches Om-Om-Hurra.

Josef Engels, 04.12.2004



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