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Evolution II

John Lewis

Atlantic/Warner Jazz 7567-83313-2
(48 Min.) 1 CD

Man musste das Modern Jazz Quartet nur ansehen, dann wusste man, was sein Gründer, der Pianist John Lewis, beabsichtigte: Den Brückenschlag zwischen Jazz und Klassik. Er war kein Clubmusiker. Sein Jazz gehörte in den Konzertsaal, und dort wurde er mit aller Coolness zelebriert. Wie sehr sich Lewis nach der Klassik sehnt, verdeutlicht das Alterswerk "Evolution II" erneut.
Einerseits wirken die zehn Titel völlig unterkühlt, andererseits swingen sie so teuflisch unauffällig, dass nur eins bleibt: Uneingeschränkte Hochachtung vor diesem Meister der Phrasierung! Mit dem Schlagzeuger Lewis Nash und den Gitarren- und Basspaarungen Howard Collins und Marc Johnson sowie Howard Alden und George Mraz hat er Traumpartner für dieses Konzept gefunden.
Neben vier neuen Titeln befinden sich auch alte Bekannte wie "Django" in der Sammlung. Der Standard "Come Rain Or Come Shine" verliert bei Lewis die rauhen Untertöne, die viele Interpretationen prägen, und wird zum optimistischen Lied mit einer faszinierenden Spannung zwischen zögernd tupfender Rhythmusgruppe und voran ziehendem Piano. Nach dem Hören von "Evolution II" bleibt nur eine Hoffnung: dass der alte Mann noch die Gelegenheit hat, möglichst viele Fortsetzungen einzuspielen.

Werner Stiefele, 25.01.2001



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