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Nikolai Rimski-Korsakow

Orchestersuiten

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Michail Jurowski

Capriccio/Delta 4 006408 108337
(76 Min., 5/1996, 8/1996, 9/1996) 1 CD

Fünfzehn Opern hat Rimski-Korsakow komponiert. Sie wären vergessen, gäbe es nicht die Suiten, die er aus ihrem Material zusammengestellt hat. Die beiden späten Suiten "Nacht über dem Berge Triglav" und die "Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch" sind mit ihren durchscheinenden Klangflächen, über die sich zartes solistisches Rankenwerk legt, Beispiele einer ausgeklügelt instrumentierten und verfeinerten Fin-de-siècle-Musik. Der dramatische Zug ist aus diesen erlesenen Klangbildern weitgehend gewichen.
Das heißt aber nicht, dass man es so konzeptionslos laufen lassen sollte wie Michail Jurowski mit dem RSO Berlin. Die wenigen bewegten Episoden sind rhythmisch unpräzise, gleich allzu dick wird Orchesterfarbe aufgetragen und die nachhall-lastige Aufnahme tut ein Übriges, einen mulmigen, verkleisterten Klang zu schaffen. Lösen sich aber in den fast stillstehenden, lyrischen Szenen die Stimmen solistisch aus dem zarten Orchesterweben, werden erschreckende Defizite in allen Instrumentengruppen hörbar.
Aber selbst die quäkenden Bläser und die Celli, die in der zweiten Szene der "Nacht" so unsauber sind, würden mich nicht verärgern, gelänge es Jurowski etwa im "Lob der Einsamkeit", einer schon verboten schönen Naturmeditation, in diese Herrlichkeiten nur ein wenig gestaltend einzugreifen. Es reichte ja schon, das Tempo nicht dauernd zu verschleppen.

Matthias Kornemann, 18.01.2001



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