Gioachino Rossini

"Rossini y España" - Werke für Klarinette und Klavier

Joan Enric Lluna (Klarinette), Nigel Clayton (Klavier)

HMF/Harmonia Mundi HMI 987029
(70 Min., 6/2001) 1 CD

Etwas geht immer noch. Es geht immer noch ein bisschen rasanter, noch virtuoser, noch halsbrecherischer. Zwar kann ein Klarinettist auch Atemprobleme haben, wenn er lange Koloratur-Strecken überstehen muss. Dafür hat er weniger als ein Sänger mit Verfärbungen und mit Fährnissen der Intonation zu kämpfen - vorausgesetzt natürlich, es handelt sich um einen Musiker vom Format des Joan Enric Lluna.
Der hat sich hier der romantischen Pflicht und Kür des virtuosen Klarinetten-Repertoires seiner spanischen Heimat ebenso gestellt wie den tückischen Fallstricken in den Klarinetten-Werken Rossinis, der Stil und Geschmack seiner iberischen Kollegen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts maßgeblich prägte.
Bewundernswert an dieser Einspielung ist dabei nicht nur, dass Lluna durch kaum einen brillanten Zierrat wirklich aus der Puste zu bringen ist. Sondern auch, dass ihm bei aller Eile, welche die meisten Werke ihren Interpreten gebieten, und trotz mancher weiten intervallischen Distanz, die er unbeschadet überwinden muss, noch Muße genug bleibt für ein äußerst klangsensibles Spiel. Tatsächlich kommen die spanischen Virtuosenstücke der Herren Carnicer, Romero oder Cavallini ebenso wie Rossinis Originalwerke (die Es-Dur-Fantasie sowie Introduktion, Thema und Variationen) in bestechend vielfarbiger Aufmachung daher, und auch bei der Artikulation der Töne zieht Lluna alle Register.
Problematisch ist lediglich die geballte Ladung Virtuosenkunst, die einem diese CD zumutet. Nach einer guten Stunde begann ich mich jedenfalls sehr intensiv nach Konzentriertem von Bach zu sehnen.

Susanne Benda, 11.04.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Barockmusik für die Gegenwart aktualisieren? Ein kniffliges Unterfangen. Doch wenn sich einer bzw. eine mit heiklen Crossover-Begegnungen auskennt, dann die Klassik-Band „Spark“, die schon mit ihrem letzten Alt-trifft-auf-Neu-Album „On the Danceflor“ einiges gewagt und sicher auch den ein oder anderen Klassikfreund verschreckt hatte. Nun hat sich Spark also die Barockmusik für einen frischen Anstrich vorgenommen – und möchte mit dem Album „Be Baroque!“ Stimmungen verstärken […] mehr »


Top