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N° 1253
14. - 20.05.2022

nächste Aktualisierung
am 21.05.2022



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Gioachino Rossini u.a.

Petite Messe solennelle, Barbirolli Rarities

Ria Ginster, Bruna Castagna, Charles Kullman, Leonard Warren, Rose Pauly u.a., Westminster Symphonic Choir, New York Philharmonic, John Barbirolli

Guild historical/Musikwelt GHCD 2254/55
(145 Min., 1938, 1939)

John Barbirollis Karriere in Großbritannien wurde von den Plattenfirmen ausgiebig verfolgt und dokumentiert; seine amerikanischen Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg als Leiter des New York Philharmonic-Symphony Orchestra hingegen sind vergleichsweise schwach repräsentiert. Mit Einspielungen aus den Jahren 1938 und 1939 schafft diese Doppelbox Abhilfe und ist trotz teilweise erheblicher Beeinträchtigung durch Störgeräusche aus musikalischen Gründen empfehlenswert:
Rossinis "Petite Messe solennelle" erklang im April 1939 in orchestrierter Version (die ursprüngliche Fassung sieht zwei Flügel und ein Harmonium als Begleitinstrumente vor) in der Carnegie Hall. Im spektakulären Solisten-Quartett brillieren vor allem der stimmlich hochpotente, wunderbar warm timbrierte Bassist Leonard Warren (er sollte 1960 vor den Augen seines entsetzten Schwagers Richard Tucker auf offener Bühne in der Met tot zusammenbrechen) und der großartig disponierte, leider allzu selten aufgenommene Tenor Charles Kullman. Mit Ria Ginster hatte Barbirolli eine deutsche Liedinterpretin ins Ensemble geholt, die sich mit der stimmlich reich ausgestatteten Altistin Bruna Castagna erstaunlich gut mischt. Eine für die damalige Zeit beachtliche Leistung vollbringt außerdem der sehr klangschön agierende, bisweilen etwas unsauber singende Westminster Choir.
Mit weiteren "Barbirolli Rarities" wartet die zweite CD der Box auf: Zu nennen ist u. a. die Arie der Dalila "Mon Coeur" (Saint-Saens, "Samson et Dalila"), gesungen von der hervorragenden, heute völlig vergessenen Mezzosopranistin Kathryn Meisle sowie der Schluss von Richard Strauss’ "Salome" mit der Ungarin Rose Pauly in der Titelpartie. Wie gesagt: Oft rauscht und knackt es stärker als bei anderen Dokumenten jener Zeit; die atmosphärische Dichte der hier festgehaltenen musikalischen Ereignisse entschädigt jedoch reichlich für diesen Mangel.

Michael Wersin, 10.01.2004



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