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Gioachino Rossini

Sonate a quattro Nr. 3 und Nr. 6, Serenata Es-Dur, Duo für Cello und Kontrabass, Une larme

Ensemble Explorations, Roel Dieltiens

harmonia mundi HMC 901847
(63 Min., 12/2001, 10/2003) 1 CD

"Die schrecklichen Sonaten" nannte Rossini seine "Sonate a quattro" in späteren Jahren. Ob bei dieser Aussage nicht vielleicht doch etwas mehr als nur Koketterie im Spiel war? Denn in den Stücken des Zwölfjährigen gibt es neben tadellosem Handwerk und vielen erstaunlichen Momenten (wie etwa der theatralischen Sturmszene des sechsten Quartetts) auch viel heiteren Leerlauf. Gerne werden die Sonaten deshalb als Zugaben verbraten, wo man dann mit sektgelaunter Nonchalance absichtliche und unabsichtliche Ironie vermengen kann. Diese Haltung gestatten sich die Musiker des Ensembles Explorations um den Cellisten Roel Dieltiens nicht. Getreu dem Ensemblenamen suchen sie in den durchschaubaren Kompositionen die Entdeckungsreise - ohne deswegen verbissen zu wirken. Statt auf gebügelte Eleganz und Daueraugenzwinkern setzt man auf einen vibratoarmen aber farbenreichen Klang, bei dem die Obertöne nur so knistern und Dank dessen die Streichinstrumente in die Lage versetzt werden, eine ganze Palette an Orchesterinstrumenten nachzuahmen. Auch in dem Titelstück der CD "Une larme" für Cello und Klavier sowie in dem Duo für Cello und Kontrabass verbinden die Musiker Spielfreude mit Entdeckerlust: sie zeigen, dass nicht jeder Rossini'sche Seufzer sentimental, nicht jedes seiner Glissandi neckisch sein muss und die absurd hohen Flageoletttöne des Kontrabass im Duo sind nicht nur Weiterführung der mitreißenden instrumentalen Koloraturen, sondern können auch als virtuoses Klangexperiment bestehen. Große Musik ist das alles immer noch nicht - aber doch ein seltenes Beispiel für intelligent gespielten Rossini zum Hinhören.

Carsten Niemann, 15.01.2005



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