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Georg Philipp Telemann

"Gott, man lobet dich in der Stille" – Kantate zum Friedensschluss 1763 TWV 14:12

Konstanze Maxsein, Dagmar Linde, Max Ciolek, Raimund Nolte, Achim Rück, Collegium vocale des Bach-Chores Siegen, Trompetenconsort Friedemann Immer, Hannoversche Hofkapelle, Ulrich Stötzel

Hänssler/Naxos 98.333
(53 Min., 8/1999) 1 CD

"Felder voller Totenbeine, / junge Krieger, die vermodern, / Mütter, die sie wiederfodern." Nachdem der 1763 beendete Siebenjährige Krieg spurlos an der Stadt Hamburg vorübergegangen war, feierte diese ein großes Fest. Aus diesem Anlass komponierte Georg Philipp Telemann, seinerzeit städtischer Musikdirektor in der Reichs- und Hansestadt, eine "Kantate zum Friedensschluss", deren drastischer Text und bildpralle Musik die Schrecken des Krieges etwa so plastisch vor Augen führen, wie es das Zitat oben deutlich macht.
Leider leuchten die Interpreten dieser Erstaufnahme des Stücks dessen teilweise extreme Metaphorik in Text und Musik nicht so aus, wie es möglich und, in unserer Zeit ziemlich hoher Reizschwellen, wohl auch nötig gewesen wäre. "Knall, Bombe, Schwefeldampf" gelangen zwar - auch aufgrund der markanten Leistungen von Friedemann Immers Trompetenconsort - präzise ins klingende Bild, doch tritt hier an die Stelle packender Unmittelbarkeit eine feine Zurückhaltung, die dem Thema nicht dienlich ist.
Zudem kommt das Collegium vocale aus Siegen über recht mittelmäßige Leistungen nicht hinaus, und auch unter den Solisten kann keiner vollständig überzeugen. Dabei wären wir tatsächlich gerne eben gerade nicht jener "Schrecklichkeiten entübrigt" gewesen, die selbst ein bloßer Zuhörer braucht, um am Ende die Erleichterung und Freude des "Ehre sei Gott in der Höhe" wirklich nachempfinden zu können.

Susanne Benda, 06.07.2000



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