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Georg Philipp Telemann

Flötenquartette

Musica Antiqua Köln, Reinhard Goebel

Archiv/Universal 477 5379
(70 Min., 5/2004) 1 CD

Aufs schönste gelingt es Reinhard Goebel, die eher unscheinbaren Flötenquartette von Telemann als Miniatur-Flötenkonzerte wirkungsvoll darzubieten. Hier ist keine Rede mehr von einem barocken Museumsklang, der mit diesen Stücke landläufig auch noch die Kleidung des 18. Jahrhunderts in Verbindung bringt. Goebels Ansatz ist modern: er spiegelt unser Zeitgefühl wieder, gibt sich in den schnellen Sätzen tänzerisch leicht, fröhlich, ausgelassen. In den langsamen Sätzen zelebriert die Musica Antiqua Köln geradezu die Ruhe, erfüllt von der Aura der Instrumente. Der Rahmen dieser Musik ist nach wie vor ein fürstliches Ambiente, aber an diesem Fürstenhof herrscht die Freude vor und die Lust an der Musik.
Wieder einmal ist es die pure Spielfreude, die Telemanns Quartette so unterhaltsam macht, das eifernde Miteinander. Durch ihre höchste Präzision fasziniert die gemeinsame Artikulation, wer hier nicht im fließenden pulsierenden Rhythmus der Musikerkollegen mitschwingt, würde den anderen auf die Füße treten und unweigerlich stolpern. Schön zu beobachten, wie die Musiker gegenseitig die Impulse aufgreifen und sich ein unterhaltsames Ränkespiel entwickelt.
Die Atemgebung der Flöten-Solisten trägt den Charakter der Musik, unaufdringlich, mit einer sanften Leichtigkeit. Diese Musik wirkt wie eine frische Sommerbrise.

Margarete Zander, 02.07.2005



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