home

N° 1223
16. - 22.10.2021

nächste Aktualisierung
am 23.10.2021



Responsive image
Georg Philipp Telemann

Sonate h-Moll für Violine, Gambe und B. c., Konzert E-Dur für Violine, Viola da Gamba und B. c., Konzert A-Dur für Gambe, 2 Violinen und B. c., Suite D-Dur für Viola da Gamba, Streicher und B. c., Konzert G-Dur für Viola (da Gamba), Streicher und B. c.

Hille Perl, Freiburger Barockorchester, Petra Müllejans

Deutsche Harmonia Mundi, 82876850552
(71 Min., 3/2006) 1 CD

Eigentlich mochte Georg Philipp Telemann (1681-1767) Konzerte ja nicht besonders: Sie seien ihm "niehmals recht von Hertzen gegangen" behauptete er sogar einmal. Und auch was Hille Perl betrifft, wundert man sich ein wenig, plötzlich ausgerechnet eine CD mit dem Titel "Telemann - Concertos for Viola da Gamba" in Händen zu halten. Denn schließlich bringt man ihren technischen Perfektionismus nicht unbedingt mit einer Liebe zu ausgestellten "Schwürigkeiten und krummen Sprüngen" in Verbindung, die Telemann an vielen Solokonzerten so störten. Doch, so stellt man schnell fest, um eine Leistungsschau im Gewand des klassischen Solokonzerts geht es bei diesem Projekt auch gar nicht. Weshalb die CD auch nur ein einziges Solokonzert nach dem Muster Vivaldis enthält: das sanfte, von den Bratschern geborgte Violakonzert G-Dur. Bei den übrigen Werken aber handelt es sich um Originalwerke für Viola da Gamba, in denen Telemann das Soloinstrument ausdrücklich als Partner behandelt - und das auf vielfältigste Art und Weise: Von einer Ouvertürensuite, in der die Sologambe mehr Charakterdarstellerin als Alleinunterhalterin ist, bis hin zur Solosonate reicht das weite Spektrum. Dazwischen stehen, kammermusikalische Intimität und fast orchestrale Klangfülle verbindend, zwei Sonaten, bei denen ein bis zwei Soloviolinen zu Gambe und Continuo hinzutreten. Das Ergebnis ist ein Konzertieren, das in jeder Sekunde gemeinsame Kommunikation sein will: als gemeinsames Durchleben von Momenten perfekter Harmonie, in denen sich jeder Partner im Charakter treu bleiben kann. Wobei Hille Perl mit ihrem reinen, singenden und selbst in zarten Passagen magisch intensiven Ton durchaus im Herzen des Geschehens steht. In großen Bögen atmet mit ihr Petra Müllejans; mit ihrem pointiertem, klangfarbenreichen Geigenklang ist sie ihr als Solistin eine ebenso sensible Partnerin wie als Leiterin des Freiburger Barockorchesters. Und immer wieder verleiht Lee Santanas lustvoll-energiegeladen aus dem Basso continuo herausklingendes Lautenspiel dem Geschehen einen herausfordernd bocksbeinigen Unterton. Denn auch der Satyr gehört zur wahren Idylle.

Carsten Niemann, 17.11.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:

Als JPC- und Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.


CD zum Sonntag

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Externer Inhalt - Spotify

An dieser Stelle finden Sie Inhalte eines Drittanbieters, die Sie mit einem Klick anzeigen lassen können.

Mit dem Laden des Audioplayers können personenbezogene Daten an den Dienst Spotify übermittelt werden. Mehr Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.

Der Beginn ist bekanntlich eine sehr delikate Phase. Womit also fängt man an, als junges Klaviertrio, die ersten Schritte machend auf dem diskografischen Karriereweg? Das Silver Trio hat für sein Album-Debüt Beethoven, Rachmaninow und Bernstein ausgewählt. Eine durchaus merkwürdige Kombination, nicht weil man Musik verschiedener Epochen nicht auf einer CD vereinen dürfe – ganz im Gegenteil, so machen es viele Ensembles teils mit großem Erfolg. Da einem aber irgendwie keine Verbindung […] mehr


Abo

Top